Full text : Die Kaufkraft des Geldes

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II.  Kapitel.

3.,  umgekehrt,  wie  das  durch  diese  erwirkte  Handelsvolumen  (H).  Auf  die
erste  dieser  drei  Beziehungen  ist  Nachdruck  zu  legen.  Sie  konstituiert  die
„Quantitätstheorie  des  Geldes“.
Dieses  Prinzip  ist  so  wichtig  und  ist  so  heftig  umstritten  worden,  daß
wir  uns  veranlaßt  sehen,  es  noch  weiter  zu  illustrieren.  Wie  bereits  angedeutet, ­
  ist  unter  der  „Quantität  des  Geldes“  die  im  Umlauf  befindliche
Menge  der  Dollar  (oder  einer  anderen  gegebenen  Münzeinheit)  gemeint.
Diese  Anzahl  kann  auf  verschiedene  Weise  verändert  werden,  doch  sind  die
nachstehenden  drei  Arten  die  bedeutendsten.  Ihre  Darlegung  wird  dazu
dienen,  die  gewonnenen  Schlüsse  zu  vollem  Verständnis  zu  bringen  und  die
fundamentalen  Eigentümlichkeiten  des  Geldes,  auf  denen  sie  beruhen,  zu
offenbaren.
Nehmen  wir  als  erstes  Beispiel  den  Fall  an,  daß  eine  Begierung  die
Nennwerte  alles  Geldes  verdoppelt,  d.  h.  wir  wollen  annehmen,  daß  das,
was  bisher  ein  halber  Dollar  war,  von  nun  an  ein  Dollar  und  das,  was  bis
jetzt  als  ein  Dollar  galt,  zwei  Dollar  genannt  werden  soll.  Demnach  wird
die  Anzahl  der  im  Umlauf  befindlichen  „Dollar“  verdoppelt  und  das  in  neuen
„Dollarn“  bestimmte  Preisniveau  wird  das  doppelte  des  sonst  herrschenden
sein.  Jedermann  wird  mit  denselben  Münzen  auszahlen,  als  ob  kein  derartiges ­
  Gesetz  gegeben  worden  wäre,  obgleich  in  jedem  Falle  zweimal  soviel
„Dollar“  bezahlt  werden  müssen.  Wenn  z.  B.  der  Preis  für  ein  Paar  Schuhe
früher  $  3,—  war,  so  sind  jetzt  für  dasselbe  Paar  Schuhe  $  6,—  zu  bezahlen.
Wir  sehen  also  wie  die  nominelle  Geldquantität  auf  die  Preisniveaus  einwirkt.
Eine  zweite  Illustration  finden  wir  in  einer  Wahrungsverschlechterung.
Nehmen  wir  an,  daß  die  Regierung  jeden  Dollar  in  zwei  Stücke  schneidet
und  aus  den  beiden  Hälften  neue  „Dollar“  prägt,  und  daß  ferner  alle  Papiernoten ­
  eingezogen  und  durch  das  Doppelte  der  ursprünglichen  Anzahl  ersetzt
und  sonach  für  jede  alte  zwei  neue  Noten  mit  demselben  Nennwerte  ausgegeben ­
  werden.  Kurz,  wir  setzen  den  Fall,  daß  das  Geld  nicht  nur,  wie
in  dem  ersten  Beispiel,  eine  andere  Benennung,  sondern  auch  eine  Neuausgabe ­
  erfährt;  in  der  verschlechterten  Währung  werden  die  Preise  genau  wie
in  der  ersten  Illustration  ebenfalls  verdoppelt.  Wenn  die  Teilung  und  Umprägung ­
  nicht  soweit  getrieben  werden,  daß  die  Auszahlungen  erschwert
werden,  und  daß  diese  Operationen  störend  auf  die  Bequemlichkeit  des  Geldwesens ­
  einwirken,  so  sind  sie  belanglos.  Wo  immer  vor  der  Verringerung
ein  Dollar  gezahlt  worden  ist,  sind  nun  statt  dessen  zwei  Dollar  —  d.  h.  zwei
aus  den  ursprünglichen  zwei  halben  Dollar  neugeprägte  Dollar  —  zu  zahlen.
In  dem  ersten  Beispiel  war  die  Steigerung  der  Quantität  rein  nominell;
sie  wurde  durch  eine  Umtaufe  der  Münzen  herbeigeführt.  In  dem  zweiten
            
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