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IV. Kapitel.
verantwortlich, die in Wirklichkeit der Tatsache zuzuschreiben sind, daß der
Zinsfuß vorher nicht hoch genug war. Wäre der frühere Zinsfuß hoch genug
gewesen, so würden die Entlehner nicht zuviel Kapital angelegt haben.
§5-
Die Einschränkung von Anleihen und Depositen ist von einer Abnahme
in den Umlaufsgeschwindigkeiten begleitet, und diese wirken zusammen,
um eine weitere Preissteigerung zu verhindern, und führen zu einem Pallen
derselben. Die Woge hat ihren Höhepunkt erreicht, und eine Keaktion
U. ! setzt ein. Wenn nun die Preise nicht mehr weiter steigen, so sollte der Zins-
| fuß, welcher sich erhöhte, um die Preissteigerung auszugleichen, wieder fallen.
Aber genau so langsam, wie er im Steigen war, so ist er es jetzt im Fallen.
Tatsächlich hat der Zinsfuß noch für einige Zeit die Neigung, weiter zu
steigen.
Der ehemalige Fehler, in der Kapitalaufnahme zuweit gegangen zu sein,
zwingt die unglücklichen Opfer dieses Irrtums, noch weiter zu borgen, um
ihre Zahlkraft zu schützen. Diese Abnormität kennzeichnet die Periode
ganz besonders als „Krisis“. Es werden Anleihen gebraucht, um alte Ver
pflichtungen aufrechterhalten zu können oder um die alten Schulden ver
mittelst neuer Schulden zu bezahlen. Die Anleihen werden nicht zu neuer
Kapitalsanlage benötigt, sondern um Verpflichtungen, welche mit alten
(und verhängnisvollen) Kapitalanlagen in Verbindung stehen, nachzu
kommen. Das Problem ist nun, wie man sich aus den Schlingen einge
gangener Verbindlichkeiten freimachen kann. Es ist das Problem der Liqui
dation. Selbst wenn der Zinsfuß zu fallen beginnt, so fällt er langsam, und
Zahlungseinstellungen treten noch fortgesetzt ein. Die Entlehner erkennen
nun, daß es immer noch schwierig ist, dem, wenn auch niedrig stehenden,
Zins zu entsprechen. Sie finden dies besonders, wenn sie un
mittelbar, bevor das Steigen der Preise aufhörte, oder gerade, bevor sie
zu fallen begannen, Kontrakte abgeschlossen hatten. In solchen Fällen hat
man sich über den Zinsfuß geeinigt, bevor eine Veränderung in der Geschäfts
lage eingetreten ist. Infolgedessen wird die ausgleichende Erniedrigung
des nominalen Zinsfußes, wenn überhaupt eine stattfindet, sehr geringfügig
sein. Da es schwer fällt, den Zins zu bezahlen, kommt es zu weiteren Zah
lungseinstellungen. Es wachsen die Bedenken, irgendein Wertpapier zu
beleihen, es sei denn ein ganz erstklassiges, und auch die Bedenken, Kapital
aufzunehmen, werden größer, außer wenn die Aussichten auf Erfolg die
günstigsten sind. Die Bankanleihen sind geringfügig, und infolge-