Full text: Die Kaufkraft des Geldes

Indirekte Einwirkungen. 
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Dort, wo für die Umwandlung von Barrengold in Goldmünzen ein 
sogenannter „Schlagschatz“ („Seigniorage“) in Anrechnung gebracht wird, 
oder dort, wo dieser Prozeß mit Unkosten oder Verzögerungen verbunden ist' 
wird der Zufluß von Barrengold in die Umlaufsmittel bis zu einem gewissen 
Grade aufgehalten. Unter einem modernen System der freien Prägung und bei 
den modernen Methoden der Metallurgie kann indessen sowohl das Schmelzen 
als auch das Prägen auf eine nichts weniger als kostspielige Weise und so 
schnell ausgeführt werden, daß, wie aus der Praxis hervorgeht, weder Ver 
zögerungen noch Kosten damit verbunden sind. In der Tat gibt es wenige 
Beispiele genauerer Preisadjustierung als die Anpassung des Preises von 
Barrengold und dem von Goldmünzen. Es folgt daraus, daß die Quantität 
des Geldes und damit seine Kaufkraft direkt von der des Barrengoldes ab- 
hängt. 
Die Stabilität des in Goldmünze ausgedrückten Preises für Barrengold 
verwirrt die Vorstellung vieler Leute insofern, als sie sich unter dem irr 
tümlichen Eindruck befinden, daß es eine Veränderung im Wert des Geldes 
nicht gibt. Tatsächlich ist diese Stabilität oft als Beweis dafür angeführt 
worden, daß das Gold ein stabiler Wertregulator sei. Die Goldwarenhändler 
scheinen die Bedeutung der Tatsache mißzuverstehen, daß eine Unze Gold 
in den Vereinigten Staaten immer ungefähr $ 18,60 und in England £ 3 
17 sh 1014 d kostet. Darunter ist nichts weiter zu verstehen, als daß Gold 
in einer Form und in einer Art gemessen, immer ein konstantes Verhältnis 
zu Gold in einer anderen Form und auf eine andere Art gemessen, beibehält 
Eine Unze Barrengold ist eine genau bestimmte Anzahl Golddollar wert' 
und zwar aus demselben Grunde, wie ein Pfund Sterling in Gold eine genau 
bestimmte Anzahl von Golddollar oder daß ein „Gold Eagle“ (= $ 10 —) 
eine bestimmte Anzahl Golddollar wert ist. 
Abgesehen von äußerst geringen und zeitweiligen Schwankungen 
muß Barrengold und aus Gold gemünztes Geld daher immer den gleichen 
Wert haben. In der folgenden Erörterung über die bedeutenderen Schwan 
kungen, denen diese beiden Werte unterliegen, wollen wir deswegen von 
diesen Werten unterschiedslos als von dem „Wert des Goldes“ sprechen. 
§ 3. 
Der Barrengoldbestand ist nicht die letzte äußere Einwirkung auf 
die Quantität des Geldes. Wie das Barrenquantum und das Geld 
quantum aufeinander einwirken, so wird das Gesamtquantum beider 
durch Produktion und Verbrauch beeinflußt. Die Produktion des Goldes 
besteht in der Ausbeute der Goldminen, die fortgesetzt Gold zur Ver
	        
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