Full text : Die Kaufkraft des Geldes

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VI.  Kapitel.

mehrung  der  vorhandenen  Bestände  an  Barrengold  und  Goldmünzen
hinzufügen.  Der  Verbrauch  von  Gold  besteht  in  der  Verwendung
des  Barrengoldes  im  Kunstgewerbe,  seiner  Verarbeitung  in  Juwelierwaren, ­
  Vergoldungen  usw.  sowie  in  den  durch  Verschleiß,  Schiffbruch
usw.  verursachten  Abgängen.  Wenn  wir  uns  das  Quantum  der  Goldmünzen
und  des  Barrengoldes  als  in  einem  Reservoir  enthalten  vorstellen,  so  würde
die  Produktion  den  Zufluß  aus  den  Minen  und  der  Verbrauch  den  Abfluß
bedeuten,  der  durch  die  Verwendung  im  Kunstgewerbe  sowie  durch  den
Verlust  infolge  von  Zerstörung  und  Abgang  verursacht  wird.  Dem  Einströmen
aus  den  Minen  müßte  das  Wieder  einströmen  aus  der  Welt  der
Goldwaren  beigerechnet  werden,  in  welche  das  Gold  zuvor  verarbeitet
wurde,  und  die  nutzlos  geworden  sind.  Ein  gutes  Beispiel  hierfür
ist  die  Verbrennung  goldener  Bilderrahmen  zur  Gewinnung  von  Barrengold.
Wir  wollen  zunächst  das  Einströmen  oder  die  Produktion  und  darauf ­
  den  Ausfluß  oder  den  Verbrauch  betrachten.  Den  Regulator  des
Zuströmens  (das  doch  in  der  Praxis  mit  der  Goldproduktion  aus  den
Minen  gleichbedeutend  ist)  bilden  die  Schätzungen  seiner  „Grenzproduktionskosten“. ­

Der  Bergwerksbetrieb  ist  ein  gewagtes  Unternehmen  und  Schätzungen
sind  bedeutenden  Irrtümern  unterworfen.  Doch  wie  irrig  die  Kostenvoranschläge ­
  auch  immer  sein  mögen,  so  üben  sie  doch  eine  regulierende  Macht
auf  die  Produktion  aus.  Wenn  der  Kostenvoranschlag  für  die  Produktion
eines  Dollars  in  Gold  geringer  ist  als  der  bestehende  Wert  eines  Golddollars,
dort  wird  er  normalerweise  produziert  werden.  Wenn  hingegen  die
Produktionskostenschätzungen  den  bestehenden  Wert  eines  Golddoflars
übersteigen,  wird  er  normalerweise  nicht  produziert  werden.  Im  ersten
Falle  ist  die  Goldproduktion  gewinnbringend,  im  letzteren  Falle  ist  sie
unrentabel.  Es  gibt  hier  einen  mittleren  oder  neutralen  Punkt,  wo  die
einträgliche  Produktion  unter  normalen  Verhältnissen  aufhört  und  die
unrentable  beginnt,  ein  Punkt,  wo  die  Produktionskosten  von  $  100
genau  $  100  betragen.  Die  Kosten  an  diesem  Punkt  werden  die  Grenzkosten
  der  Produktion  genannt.  Für  die  ergiebigsten  Minen  sind  die
Produktionskosten  äußerst  gering.  Von  diesem  niedrigen  Satze  steigen
die  Kosten  bei  den  anderen  Minen  allmählich  an,  bis  der  Kostenpunkt ­
  in  der  Grenzmine  erreicht  ist,  bei  welcher  die  Unkosten  dem
Werte  des  Produktes  gewöhnlich  gleich  sind.  Tatsächlich  gibt  es  einen
Produktionsgrenzpunkt,  nicht  für  die  verschiedenen  Minen,  sondern
für  jede  einzelne  Mine.  Die  Tatsache,  daß  die  Kosten  im  allgemeinen
mit  der  Produktionssteigerung  wachsen,  ist  darauf  zurückzuführen,
            
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