Textgestaltung .
die einzelnen Satzglieder zusammengenommen und kon-
struiert wissen will“1). Im Interesse dieser Hauptforderung
dürfte aber durchgehende Konsequenz in der Anwendung
der Satzzeichen doch wichtiger sein, als Stählin meint.
e) Absätze (Alinea) können der größeren Übersicht-
lichkeit halber weggelassen oder neu eingeführt werden.
Maßhalten ist aber auch hierin notwendig; denn wie ein
über viele Seiten ohne ein neues Alinea sich hinziehender
Text ungemein ermüdet, so bekommt der durch zu viele
neue Absätze zergliederte antike Text das Ansehen eines
modernen Romans”).
f) Lücken in der Vorlage werden durch Sternchen
*** Auslassungen des. Herausgebers durch Punkte
‚.... angedeutet. Um die Anzahl der in. einer Lücke
fehlenden Zeichen genau anzugeben, wird von manchen,
namentlich bei Veröffentlichung von Inschriften, die entspre-
chende Zahl senkrechter kurzer Striche | | | verwendet.
g) Einschaltungen des Verfassers werden in run-
den Klammern (. ..), Zusätze des Herausgebers, auch
wenn es sich um ein hinzugefügtes Wort oder einen Buch-
staben handelt, in spitzen Klammern <. . .> angegeben.
h) Handschriftlich überlieferte Silben oder Wörter oder
Sätze der Vorlage, die vom Herausgeber getilgt werden,
kommen in eckigen Klammern [. ..] zu stehen.
i) Verdorbene und nicht geheilte Stellen des Textes
werden zwischen. zwei Kreuzchen +. . .} gesetzt. /
k) Unsichere Lesungen werden mit einem Frage-
zeichen in spitzen Klammern <?>, befremdliche, aber
gesicherte Ausdrücke mit einem Ausrufungszeichen
in spitzen Klammern <!> bezeichnet. Beide Zeichen sollen
aber nicht etwa nach unwissenschaftlicher Anfängerart die
verschiedenen subjektiven Affekte des Herausgebers offen-
baren, sondern nur die Unsicherheit der Lesung anzeigen
oder die Verantwortung für einen auffallenden Ausdruck
dem Verfasser selbst zuweisen. Statt des Ausrufungs-
1) 0. Stählin, Editionstechnik 416.
?) Ders. aa0. 415.
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