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Daher schließt sich der Reichsrat der Erklärung des Staatssekretärs
Witte an betreffend die Unmöglichkeit einer weiteren Steuererhöhung
zwecks einer raschen Befriedigung der immer mehr
wachsenden Bedürfnisse der einzelnen Ressorts. Der Reichsrat
sieht sogar in der Erleichterung der Steuerlast eine sichere Garantie
für die Entwicklung des ökonomischen, finanziellen und politischen
Lebens des Reiches. ... Es müssen sofort Maßnahmen ergriffen
werden, um die Reichsausgaben auf ein gleiches Niveau mit dem
normalen Zuwachs der Reichseinnahmen zu bringen x ).« Im nächsten
Jahre mußte Witte demissionieren.
Es ist interessant, die pessimistischen Gutachten der Minister
über die Finanzlage des Landes mit dem Tempo der Steuerbelastung
zusammenzustellen. Die letztere wuchs im Durchschnitte
Jahr:
Im Jahre
1871—1875 . .
um 4,6 °/o
»
x>
1876—1880 . .
» 2,1 »
»
»
LO
00
00
7
00
00
» 2,4 »
»
1886—1890 . .
» 3,9 »
»
»
1891—1895 . .
» 4,7 »
»
»
1896—1900 . .
» 3,6 »
»
1901—1905 .* .
* 1,4 »
»
*
1906—1909 . .
» 5,9 »
M. Ch. Reitern protestierte im Jahre 1876 gegen die weitere
Erhöhung der Steuerlast unmittelbar nach einer Periode intensiver
Steuererhöhung. Weniger stark war der Zuwachs von Steuern zur
Zeit der Proteste seitens A. A. Abasas im Jahre 1881 und
N. Ch. Bunges in den Jahren 1886—1887. Dagegen erfolgte der
Protest von I. A. Wyschnegradsky im Jahre 1892 zu einer Zeit,
wo die Steuerbelastung am schwersten war. Der Wittesche Protest
am Ende des Jahres 1902 endlich ist die Folge dieser äußersten
Anspannung der Zahlungsfähigkeit der Bevölkerung. Nachher folgt
ein kleines Intervall und bald darauf eine äußerst intensive Erhöhung
der Steuerlast in den Jahren 1906—1909, die weit diejenige
der siebziger und neunziger Jahre überstieg. Und dennoch
findet es der jetzt am Ruder stehende Finanzminister für »unumgänglich«,
den Weg einer weiteren Besteuerung einzuschlagen * 2 ).
Die Geister der Vorgänger scheinen Herrn Kokowzew seinen Mut
zu rauben.
Die Wirkung der Steuerbelastung auf die Volkswirtschaft
') Ibid. S. 11—11.
2 ) Etatentwurf auf das Jahr 1910, S. 127.