Object: Deutschlands chemische Industrie

69 
Schultz, die Elberfelder Benzopurpurine von Duisberg 
und die Croceine von Frank, das Elberfelder Diamant 
schwarz, das Echtrot „C“ von O. N. Witt, endlich die 
Cassellaschen Diaminfarben von Gans, Weinberg und 
Hoff mann, die vom Gelb über Scharlach, Rot, Braun, 
Blau bis zum Schwarz gehen, und hundert andere, die 
bei der Billigkeit des bis dahin fast wertlosen Naph 
thalins zu niedrigen Preisen auf den Markt kommen und 
von den Färbern begierig aufgenommen werden. Mit 
dem Erscheinen der Azofarbstoffe hat die Einfuhr von 
Cochenille ganz und die Von Blauholz und Farbholz- 
extrakten fast ganz aufgehört, statt dessen haben sich 
die neuen durch die Mannigfaltigkeit der Töne wie durch 
leichte Handhabung der Färbemethoden ausgezeichneten 
Stoffe heute einen Weltmarkt erobert, der nach Millionen 
zählt. 
Inzwischen war den Entdeckungen die theoretische Konstitution 
Erforschung der Natur der Farbstoffe Schritt für Schritt de g t( |jjj£ b ' 
gefolgt, die ihrerseits wiederum die Praxis von neuem 
befruchtete. Die Aufklärung der Konstitution der Hof- 
mann sehen Rosanilinfarbstoffe durch Emil und Otto 
Fischer*), die Theorie der Farbstoffbildung von O. N. 
Witt und die Einführung der Fittigschen Diketonformel 
in die Konstitution der Farbstoffe durch Nietzk'i regen 
zu immer neuen und fruchttragenden Entdeckungen und 
Erfindungen an. In dem Masse, wie sich mit der Aus 
dehnung der Farbenindustrie die Hände mehrten, die 
an ihrer Weiterentwicklung arbeiten, wurde nicht nur 
der erworbene Besitz intensiver bebaut, sondern auch 
neue grosse Provinzen des fruchtbaren Landes hinzuge 
wonnen. 
*) Ber, d. d. chem. Oes., 1876, 9, 891 und 1878, 11, 473, 612 
und 1079.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.