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Indigorot
Schwefelfarbstoffe
halb Gramm des natürlichen Farbstoffs, der mit dem
künstlichen Dibromiridigo identisch ist. Diese geringe
Ausbeute erklärt die Kostbarkeit des Farbstoffs, mit
dem im Altertum nur die königlichen Gewänder gefärbt
werden durften, und dessen damaligen Preis Friedländer
auf 40—50 000 Mark pro kg schätzt. Die Farbe
entspricht nicht unserem heutigen Begriff des Purpurs,
sondern zeigt ein rötliches Violett.
Schon vor dieser schönen Untersuchung hatte derselbe
Forscher versucht, andere Elemente in das Indigomolekül
einzuführen. Als er den Stickstoff durch Schwefel
ersetzte, erhielt er einen Thioindigo, von karmoisinroter
Farbe, der zu einer neuen Gruppe zahlreicher
indigoider Farbstoffe verschiedener Töne geführt hat,
die an Echtheit und Widerstandskraft gegen Witterungseinflüsse
dem Indigo nicht nachstehen und deshalb ebenso
wie der künstliche Indigo selbst zum Färben von Militärund
Marihetudh verwendet werden; insbesondere auch
für die neuen feldgrauen und khakifarbenen Stoffe.
Endlich hat die Einführung des Schwefels auch bei
anderen Farbenklassen zu sehr echten Farbstoffen geführt.
Diese Schwefelfarbstoffe, die sich zugleich
durch ihre Billigkeit auszeichnen, geben gelbe, orange,
grüne, blaue, braune und schwarze Töne und werden
seit etwa zehn Jahren in grossen Mengen zum Färben
von Wolle und Baumwolle verwandt. In dieser Zeit
ist die Zahl der patentierten Verfahren auf 630 angewachsen.
Aber wir müssen es uns versagen, noch weiter in
die Geheimnisse der Farbchemie einzudringen, zumal
dieser, wenn auch flüchtige Einblick in ihre Geschichte
die Bedeutung für unsere Volkswirtschaft und für die
Befreiung Von ausländischen Tributen zur Genüge dartut.