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die Summe all der Bedingungen, auf denen in aller Welt die Produktion
eines bestimmten Artikels sich aufbaut und all der Bedingungen, unter
denen sich der Verbrauch eben dieses Artikels und seiner Supplemente
vollzieht. Der Weltmarkt bedeutet nicht einen einzelnen Ort und auch
nicht eine bestimmte Mehrheit einzelner Orte; er bezeichnet vielmehr
ein gegenseitiges Abhängigkeitsverhältnis und zwar eben die Abhängig
keit, in der in einem bestimmten Artikel und seinen Supplementen die
Produktion der ganzen Erde und die Konsumtion ebenfalls der ganzen
Erde zueinander stehen. Die Eigenschaft der Welt als eines einheitlichen
im großen Zuge heute sich gleichmäßig bewegenden Marktgebietes —
das ist es, was wir mit dem Wort Weltmarkt bezeichnen wollen. Und eben
weil es sich dabei um eine Summe lokaler Strömungen, um eine Diagonale
verschiedener Kräfte handelt, weil nicht ein bestimmter Ort, sondern
die ganze Welt diesen Markt bildet, — darum gibt es keinen Weltmarkt
preis, den man konkret fassen könnte; darum gibt es nur Weltmarkts
preistendenzen, deren Auf und Ab, wenngleich mit lokalverschiedener
Stärke, so doch in der Richtung übereinstimmend, überall zu beobachten
ist. Darf man also nicht etwa vom Londoner Weizenpreis als dem Welt
marktspreis sprechen, so darf man doch aus seiner Bewegung die Welt
marktspreistendenzen ablesen“ 1 ). Aber ein Weltmarkt kann nur bestehen
für Waren, die sich infolge ihrer Gleichartigkeit überall vertreten können.
Demnach kann man bei den meisten Industiieprodukten nicht einmal
von Weltmarktspreistendenzen, geschweige denn von Weltmarktspreisen
sprechen.
Da es also allgemeingültige Auslandspreise nicht gibt, muß man,
um überhaupt eine Beurteilung der Preispolitik der Kartelle zu ermög
lichen, für die einzelnen ausländischen Absatzgebiete die Durchschnitts
preise unter Berücksichtigung der abgesetzten Mengen berechnen. Die
Durchschnittspreise ihrer gesamten Auslandsverkäufe haben nur einzelne
Kartelle in den kontradiktorischen Verhandlungen angegeben. Ob bei
ihrer Berechnung auch die abgesetzten Mengen berücksichtigt sind, ist
nicht ersichtlich. Im übrigen fehlt jedes brauchbare Material, das einer
Preisbeurteilung zugrunde gelegt werden könnte. Zusammenstellungen
gelegentlicher in den Zeitungen angegebener Einzelpreise von Auslands
verkäufen können als Kritikunterlage nicht dienen, da sie ein zuverlässiges
Bild nicht geben i) 2 ). Vor allem muß man die nach den ausländischen Ab-
i) Wiedenfeld, Die Entwicklung der Verkehrsmittel und die landwirtschaft
liche Konkurrenz im Auslande im letzten Menschenalter. Zeitschr. für Agrarpolitik
1904 Nr. 1.
*) Eine solche Zusammenstellung bietet Morgenroth, Exportpolitik der
Kartelle 1907.