Full text : Ursachen und Ziele des Zusammenschlusses im Gewerbe

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erübrigen  oder  die  geringsten  Verluste  verursachen.  Die  Schwierigkeit,
dieses  Problem  zu  lösen,  besonders,  wenn  außerdem  divergierende  Interessen ­
  im  Kartell  auszugleichen  sind,  ist  genügend  betont  worden.  Die
Lösung  der  Preisfrage  wird  aber  wiederum  wesentlich  erschwert,  wenn
das  Kartell  nicht  nur  Endprodukte,  sondern  zugleich  das  Rohmaterial
oder  Halbzeug  der  nächsten  Produktionsstufe  absetzt.  Dabei  wollen
wir  ganz  absehen  von  den  Interessengegensätzen  zwischen  den  kombinierten ­
  und  reinen  Werken.  Ausfuhr  von  Roh-  und  Hilfsstoffen  zu  niedrigen ­
  Preisen  unterstützt  die  ausländischen  Weiterverarbeiter  —  ob
diese  Hilfe  immer  im  volkswirtschaftlichen  Interesse  des  Auslandes  liegt,
zumal  das  eigentliche  Verschleudern  zu  außerordentlich  niedrigen  Preisen
meist  nur  eine  kurze  Zeitspanne  dauert,  ist  eine  andere  Frage,  die  nicht
angeschnitten  werden  soll.  Immer  werden  diese  billigen  Verkäufe  an  das
Ausland  die  Klagen  der  inländischen  Weiterverarbeiter  hervorrufen,
wenn  ihnen  ausreichende  Aufträge  fehlen.
Es  liegt  im  eigensten  Interesse  der  Kartelle,  ebenso  wie  auf  die  letzten
Konsumenten,  weitgehendste  Rücksicht  auf  die  inländischen  Weiterverarbeiter ­
  zu  nehmen;  jedoch  müssen  sie  dabei,  besonders  in  der  Zeit
der  weichenden  Preise,  auch  ihr  anderes  Ziel  im  Auge  behalten,  nämlich:
durch  günstige  Ausnutzung  der  Leistungsfähigkeit  der  angeschlossenen
Unternehmungen  die  Produktionskosten  möglichst  tief  zu  senken.  Die
Frage  nach  der  Preishöhe  hängt  also  von  der  Größe  des  Auftragbestandes
ab,  die  sie  hereinzuholen  erlauben;  denn  Kostenerhöhungen  durch  Produktionseinschränkungen ­
  in  der  Zeit  des  Niederganges  wirken  doppelt
drückend.
Eine  allgemeine  Preissenkung  im  Inlande,  entsprechend  den  Wünschen
der  Weiterverarbeiter,  könnte  nicht  ohne  Einfluß  auf  die  Auslandspreise
bleiben.  Eine  Ausdehnung  des  inländischen  Absatzes  der  Weiterverarbeiter ­
  wird  in  der  Regel  nicht  oder  nur  in  geringem  Maße  die  Folge  sein.
Die  Preisnachlässe  führen,  wie  schon  betont,  in  den  Jahren  des  Niederganges, ­
  besonders  kurz  nach  dem  Konjunkturumschlag,  nur  zu  einem  schärferen ­
  Wettkampf  der  Weiterverarbeiter  ohne  wesentliche  Absatzsteigerung
im  Inland.  Ob  es  aber  den  inländischen  Weiterverarbeitern  gelingen  werde,
ihren  Absatz  nach  dem  Ausland  wesentlich  zu  steigern,  hängt  von  den
Konjunkturen  im  Auslande  ab.  Je  ungünstiger  die  Wirtschaftslage  auf
den  Auslandsmärkten,  desto  unwahrscheinlicher  ist  eine  Absatzsteigerung, ­
  selbst  auch  dann,  wenn  die  inländischen  Weiterverarbeiter  die  Rohund
  Hilfsstoffe  zu  gleich  niedrigen  Preisen  als  die  ausländischen  erhielten.
Bei  ungünstiger  Marktlage  im  Auslande,  wiederum  besonders
nach  einem  Konjunkturumschlage,  wird  man  Fertigwaren  dorthin  weit
schwerer  absetzen  können  als  Rohstoffe  und  Halbzeug,  sobald  diese
            
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