Full text : Die deutsche Zigarettenindustrie

daß  diese  von  ihrem  Lohne  noch  andere  Personen  mit  unterhalten
müssen.  Auch  in  sanitärer  Beziehung  sind  die  Arbeitsbedingungen
in  unserer  Industrie  nicht  ungünstig.
Ein  großer  Teil  der  Arbeiterschaft  ist  gewerkschaftlich  organisiert, ­
  obwohl  es  sich  hier  doch  in  der  Hauptsache  um  weibliche
Personen  handelt.  Man  hat  dies  im  wesentlichen  dem  vorwiegend
großindustriellen  Charakter  unserer  Industrie  zuzuschreiben.
Bei  den  Heimarbeiterinnen  hat  unsere  Untersuchung  die  bekannte
Erfahrung  bestätigt,  daß  diese  sowohl  in  Bezug  auf  die  Höhe  des
Stücklohnes,  den  sie  erhalten,  als  auch  in  sanitärer  Hinsicht  wesentlich ­
  schlechter  als  ihre  Genossinnen  in  der  Fabrik  gestellt  sind.
Als  Hauptergebnis  der  ganzen  Betrachtung  sei  schließlich  festgestellt, ­
  daß  sowohl  die  geschichtliche  Entwicklung
Organisation  und  die  soziale  Verfassung  der  deutschen  Zigarettenindustrie ­
  in  der  Hauptsache  durch  die  ausgedehnte  Verwendungsmöglichkeit ­
  maschineller  Technik  bestimmt  worden  sind.  Diese
hat  direkt  und  indirekt  den  außerordentlich  raschen  Aufschwung
des  Industriezweiges  hervorgerufen,  diese  hat  die  Konzentration  der
Produktion  veranlaßt,  diese  hat  endlich  auch  auf  die  Lage  der  Arbeiter ­
  eingewirkt,  indem  sie  dieselbe  besser  gestaltet  hat  als  in
Industrien,  die,  wie  die  verwandte  Zigarrenindustrie,  lediglich  oder
fast  ausschließlich  auf  Handarbeit  angewiesen  sind  und  deshalb  wegen
der  hohen  Bedeutung  des  Lohnes  für  die  Gesamtkosten  vor  allem
darauf  bedacht  sein  müssen,  die  Arbeitslöhne  so
lieh  zu  halten.

niedrig  wie  mög-
            
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