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Die starke Vermehrung der Arbeiterschaft, die im Jahre 1907
zu verzeichnen war, ist nicht allein auf eine weitere Ausdehnung
der Produktion') zurückzuführen, sondern auch auf den erhöhten
Arbeitsaufwand, der den Betrieben durch die Behandlung der
Banderolen erwachsen ist. Sind doch in manchen großen Betrieben
fünfzig und noch mehr Personen allein mit dem Verkleben usw. der
Banderolen andauernd beschäftigt!
Fassen wir die Folgen der Banderolensteuer in ihren Haupt
punkten noch einmal kurz zusammen, so ist zu sagen: Als Kon
sumsteuer beabsichtigt, ist die Zigarettensteuer in der Hauptsache
zu einer Fabrikanten- und Händlersteuer geworden, die als solche
weiter keinen Einfluß auf den Konsum ausgeübt hat. Dieser
ist vielmehr seit Einführung der Steuer infolge der dauernd
gestiegenen Beliebtheit derZigarette noch gewachsen.
Der den Fabrikanten und Händlern durch die Steuerspesen erwachsene
Gewinnausfall ist in den meisten Fällen durch einen vermehrten
Umsatz wieder ausgeglichen worden. Produktionssteigernd hat auf
die deutsche Zigarettenindustrie auch die hohe Belastung der aus
ländischen Fabrikate mit eingewirkt, die jetzt in bedeutend geringerer
Menge als früher eingeführt werden 1 2 ).
Eine Folgezeitigte der Steuerkampf noch auf ganz anderem Gebiete.
Er veranlaßte die beiden bisher selbständigen Vertreterschaften
der Zigarettenfabrikanten, den,, Verband deutscher Zigaretten
fabriken“ mit dem Sitz in Dresden (gegründet 1887) und den
„Verein deutscher Zigaretten! ab rikanten“ mit dem Sitz
in Berlin, sich zu einem Verbände, dem „Verband der
deutschen Zigarettenindustrie“ zusammen zu schließen;
dies geschah, weil man im Verlaufe des Steuerkampfes eingesehen
hatte, daß nur bei einigem Zusammenwirken aller Interessenten
etwas Ersprießliches geleistet werden könne. Der jetzige Verband
erstreckt seine Tätigkeit über ganz Deutschland. An den verschie
denen Industriezentren sind Ortsgruppen gebildet; die Gesamtleitung
liegt in Dresden. Zu seinen Mitgliedern zählte der Verband im
Jahre 1906: 125, im Jahre 1907: 135 Fabrikanten. Seine Tätigkeit
erstreckt sich hauptsächlich auf Steuerangelegenheiten, Warenzeichen
fragen, Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs sowie Errichtung von
Schiedsgerichten zur gütlichen Beilegung von Streitigkeiten zwischen
V erbandsmitgliedern.
1) Näheres siehe weiter unten!
2) Vergl. hierzu auch die Tabelle auf S. 69/70.