Full text: Die deutsche Zigarettenindustrie

20 
Abgesehen von den 482 Betrieben, die überhaupt keine Lohn 
arbeiter beschäftigen, gibt es also noch 437 Betriebe mit weniger 
als fünf und 280 Betriebe mit mehr als fünf Arbeitern. Zu letzterer 
Betriebskategorie gehören *): 
157 
Betriebe 
mit 
5 bis 
12 
Gehilfen, 
84 
ff 
„ 
12 „ 
60 
„ 
15 
ff 
» 
60 „ 
125 
)) 
12 
n 
125. „ 
200 
)) 
5 
» 
n 
200 „ 
400 
n 
4 
ff 
ff 
400 „ 
600 
ff 
3 
ff 
ff 
mehr als 1000. 1 2 ) 
Im Verhältnis zur Gesamtarbeiterzahl ist demnach die Betriebs 
konzentration in der Zigarettenindustrie ziemlich weit vorgeschritten. 
Besonders deutlich tritt dies zu Tage, wenn man die Anteilnahme 
der einzelnen Betriebe an der Gesamtproduktion ins Auge faßt und 
in Betracht zieht, daß gerade die größten Betriebe außer mit einer 
großen Arbeiterschar auch noch mit den vollkommensten 
technischenHilfsmitteln arbeiten. So wurden im Steuerjahre 
1907/08 allein von den fünf größten Dresdener Zigarettenfabriken 
1 839 574 967 Stück Zigaretten, also bald ein Drittel der 
deutschen Gesamtproduktion, hergestellt 3 ) 
Die große Mehrzahl aller Zigarettenbetriebe ist in Städten 
ansässig; hierzu mag beigetragen haben: 
1. daß die Beschaffung geeigneter Arbeitskräfte für die Arbeit 
in Zigarettenfabriken in der Stadt gewöhnlich leichter ist als auf 
dem Lande, zumal da sich die Zigarettenindustrie hauptsächlich 
weiblicher Personen bedient und namentlich den Mädchen und 
Frauen Beschäftigung gibt, deren Eltern und Männer am gleichen 
Orte einem anderen Beruf nachgehen ; 
2. daß die Kleinbetriebe, besonders aber die Alleinbetriebe, 
die in der Hauptsache Kundenproduktion betreiben, nur lebens 
fähig sind, wenn genügend Ladenkundschaft vorhanden ist; dies ist 
aber höchstens in mittleren Städten, nie aber auf dem Lande der Fall. 
1) Die Spezialübersicht ist angefertigt auf Grund von Mitteilungen des Herrn 
Syndikus Greiert und der Berichte der Tabak-Berufsgenossenschaft. 
2) Die meisten Arbeiter hat augenblicklich die Yenidze-Zigarettenfabrik, die 
in Dresden 1700 und außerdem noch in einer Zweigfabrik in Königsberg (Preußen) 
300 Arbeiter und Arbeiterinnen beschäftigt; nächst diesem Betriebe beschäftigen jetzt 
die meisten Arbeiter die Trustfabrik G. A. Jasmatzi in Dresden und die Firma 
A. M. Eckstein & Söhne, die gleichfalls in Dresden ihren Sitz hat. 
3) Handschriftliche Mitteilung des Königl. Hauptzollamtes zu Dresden.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.