Full text : Die deutsche Zigarettenindustrie

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3.  muß  er  den  geschnittenen  Tabak,  der  durch  die  Maschine
ziemlich  fest  zusammengedrückt  wird,  wieder  sachgemäß  mit  den
Händen  aufzulockern  verstehen,  ohne  ihn  hierbei  zu  zermahlen.
Trotz  aller  Vorsicht  ist  es  aber  nicht  zu  verhindern,  daß  ein  kleiner
Teil  des  Tabaks  zu  Staub  zerrieben  und  damit  zur  Fabrikation
von  Zigaretten  untauglich  wird;  denn  die  Zigaretten  würden  verstopft ­
  werden,  wollte  man  allen  diesen  Staub  mit  hineinverarbeiten.
Um  nun  den  Staub  zu  entfernen,  wirft  man  allen  geschnittenen
Tabak  in  eine  mit  Sieben  versehene  Trommel  und  entfernt  durch
Schüttelbewegungen  den  Tabakstaub,  der  etwa  zwei  bis  drei  Prozent ­
  der  gesamten,  geschnittenen  Tabakmenge  ausmacht.  Dieser
für  den  Zigarettenfabrikanten  nicht  verwendbare  Staubtabak  wird
von  größeren  Betrieben,  in  denen  bedeutende  Mengen  davon  Zusammenkommen,-an ­
  Gärtner  zu  Düngzwecken  für  etwa  fünfzehn
Mark  pro  Doppelzentner  verkauft.  Dieser  Betrag  ersetzt  aber  nicht
im  entferntesten  den  Verlust  des  Fabrikanten.  Zahlt  dieser  doch,
ganz  abgesehen  vom  Preise  des  Tabaks,  allein  85  Mk.  Zoll  für  einen
Doppelzentner  solchen  Staubdüngers.
Nachdem  der  Tabak  geschnitten  und  gesiebt  ist,  wird  er  wieder
in  den  Rohtabak-Lagerraum  zurückgebracht,  wo  er  in  besonderen
Behältern  aufgehoben  wird.  Er  lagert  dort  so  lange,  bis  der
Tabakmeister  Order  bekommt,  ihn  an  eine  der  anderen  Betriebsabteilungen ­
  (Maschinen-  oder  Handarbeits-Zigarettensaal  bez.  Rauchtabakpackerei) ­
  zur  weiteren  Behandlung  abzugeben.
Ich  habe  schon  angedeutet,  daß  manche  Betriebe  den  zur
Zigarettenanfertigung  nötigen  Tabak  gleich  in  geschnittenem  Zustande ­
  kaufen.  Es  gibt  in  Deutschland  eine  Anzahl  von  Tabakschneidereien, ­
  die  sich  speziell  nur  mit  dem  Schneiden  von  Zigarettentabaken ­
  befassen.  Teilweise  betreiben  sie  dieses  Geschäft  als
Lohn  werk:  der  Zigarettenfabrikant  liefert  den  Tabak  selbst  und  die
Schneiderei  besorgt  nur  das  Schneiden  desselben;  teilweise  kaufen
diese  Unternehmungen  auch  Rohtabak  auf  eigene  Rechnung,  mischen
und  schneiden  ihn  und  verkaufen  dann  den  fertigen  Schnittabak
an  kleine  Fabrikanten,  deren  Mittel  und  Bedarf  es  nicht  erlauben,
Rohtabak  beim  Händler  einzukaufen  und  selbst  zu  schneiden.
Geben  doch  die  Rohtabakhändler  nie  unter  einem  Ballen  ab,  der
dreißig  bis  fünfzig  Kilo  wiegt,  während  sich  die  Tabakschneidereien
hingegen  zum  Verkaufe  auch  des  geringsten  Quantums  (ein  Pfund
und  noch  weniger)  verstehen.
Soweit  die  Schneidereien  speziell  nur  das  Schneiden  des  Tabaks
als  Lohnarbeit  übernehmen,  arbeiten  sie  für  mittlere  Fabrikanten,
            
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