Full text : Die deutsche Zigarettenindustrie

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schriftsmäßigen  Steuerzeichen  versehen.  Da  letztere  von  der  Steuerbehörde ­
  in  Bogen  zu  je  zwanzig  Stück  und  in  ungummiertem  Zustande ­
  geliefert  werden,  so  haben  die  Zigarettenfabrikanten  besondere ­
  Papierschneidemaschinen  zum  Zerschneiden  und  auch  besondere ­
  Anleimapparate  zum  Gummieren  dieser  Bogen  aufstellen  müssen.
In  letzter  Zeit  hat  man  in  einigen  Betrieben  auch  Maschinen  aufgestellt, ­
  die  automatisch  die  zugeschnittenen  Banderolenstreifen  mit
Klebstoff  versehen  und  den  Packungen  umlegen.  Die  Leistung
einer  solchen  Maschine  beläuft  sich  auf  vierzig  bis  fünfzig  Banderolierungen ­
  in  der  Minute,  was  gegenüber  der  immerhin  mühseligen
Handarbeit  eine  bedeutende  Zeit-  und  Kostenersparnis  bedeutet.
Die  banderolierten  Packungen  der  einzelnen  Sorten  werden
endlich  noch  aus  Zweckmäßigkeitsgründen  zu  größeren  Posten  ('/2
bis  1  Mille  Zigaretten)  vereint.  In  dieser  Gestalt  verläßt  dann  die
Ware  den  Packsaal,  um  dem  unter  steueramtlicher  Kontrolle  stehenden ­
  „Lager  für  fertige  Fabrikate“  zugeführt  zu  werden 1 ).
In  diesem  „Lager  für  fertige  Fabrikate“  sind  in  jeder  größeren
Zigarettenfabrik  außer  einem  Lager  Verwalter  noch  eine  Anzahl
von  Unterbeamten  und  Mädchen  damit  beschäftigt,  die  aus  der  Packerei
gekommenen  Waren  einzuordnen  und  die  Kommissionen  zusammenzustellen. ­
  Dem  Lagerverwalter  fällt  dabei  noch  die  Aufgabe  zu,
den  Meistern  der  verschiedenen  Betriebsabteilungen  allabendlich
für  den  nächsten  Tag  Arbeitsanweisungen  zu  geben.  Zu  dieser
Funktion  befähigt  ihn  seine  genaue  Kenntnis  der  Lagervorräte  und
der  täglichen  Ausgänge.
Den  Schluß  dieses  Abschnittes  mögen  einige  Angaben  über
die  Organisation  des  Versandes,  wie  ich  sie  in  einer  großen
Zigarettenfabrik  kennen  gelernt  habe,  bilden.
Laufen  die  Bestellungen  mit  der  Post  ein,  so  werden  sie  zunächst ­
  von  der  Korrespondenz-Abteilung  in  Empfang  genommen,
mit  dem  Datumstempel  des  Empfangstages  versehen  und  dabei  zugleich ­
  gesichtet.  Sodann  werden  die  Aufträge  der  einzelnen  Reisenden ­
  bez.  Platzvertreter  in  besondere  Kontrollmappen  unter  deren
Namen  eingetragen,  damit  der  Fabrikant  jederzeit  feststellen  kann,
wieviel  ihm  jeder  dieser  Leute  wert  ist.  Hierauf  gehen  die  Bestellzettel ­
  in  die  Buchhalterei  zur  Prüfung  der  Zahlungsfähigkeit  des
Auftraggebers.  Ergibt  die  Prüfung  in  den  Büchern,  daß  das  Konto
desselben  schon  zu  stark  belastet  ist,  so  wird  der  Auftrag  in  an1) ­

  Vergl.  hierzu  auch  die  Vorschriften  in  §  34  der  Ausführungsbestimmungen
zum  Zigarettensteuer-Gesetz.
            
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