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Bedarfes gleichfalls von der Fabrik besondere Rabatte zugestanden
erhalten. Überhaupt gewähren die meisten Zigarettenfabriken allen
Detailgeschäften, die jährlich für über fünfhundert Mark Waren beziehen,
fünf und solchen, die für mehr als tausend Mark Waren beziehen,
zehn Prozent Rabatt auf die Fakturapreise.
Die Zigaretten treffen beim Kleinhändler in völlig verkaufsreifem
Zustand ein; eine längere Lagerung ist ihnen eher schädlich
als nützlich, da sie dann zu sehr austrocknen. Hieraus entspringen
zwei Handelsgebräuche:
1. die Zigaretten werden vom Kleinhändler immer nur in geringen
Mengen bezogen, da dieser stets frische Ware am Lager
haben muß.
2) die Zahlungsfristen sind bedeutend kürzer, als sie die Detaillisten
vom Zigarrenhandel her gewöhnt sind.
Betrachten wir die einzelnen Punkte genauer. Da die Zigaretten
nur in kleinen Posten vom Händler bezogen werden und ihr Gewicht
und Umfang, auch bei Versand vieler tausend Stück, äußerst
gering sind, eignet sich zu ihrer Verschickung am besten das Postpaket.
Es entfällt denn auch der Versand von Zigaretten zum
größten Teil auf Postsendungen, von denen viele den Wert von
zehn Mark nicht übersteigen, so daß in letzteren Fällen die Porti
etwa zehn Prozent vom Werte der Sendungen ausmachen. Die
Versandspesen werden bei größeren Sendungen meistens vom
Fabrikanten, bei kleineren (bis zehn Mark) vom Tabakhändler, getragen;
mitunter kommt es auch vor, daß sich beide Parteien darin
teilen. Für die Bezahlung der Ware wird, wie schon weiter oben
erwähnt, den Händlern drei Monate Ziel gewährt; bei Zahlung innerhalb
vier Wochen werden gewöhnlich drei Prozent Skonto von den
Fakturabeträgen abgerechnet.
Der Gewinn des Detaillisten an den Zigaretten beläuft sich
jetzt gewöhnlich auf 25-—30 Prozent. Von dem außerordentlichen
Verbandstage der deutschen Zigaretten-Industrie, der am 14. August
1909 in Dresden abgehalten wurde, wurden folgende „Normalpreise“
für die einzelnen Preislagen aufgestellt und den Fabrikanten
anempfohlen:
Fabrikpreis für eine 1 Pfg.-Zigarette: 7,50 Mark pro Mille
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1) Vergl. Vereinigte Tabakzeitungen 1909, Nr. 35.