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Die Lohnbewegungen in den übrigen Städten Deutschlands
nahmen, nachdem einmal in Dresden Lohnerhöhungen bewilligt
waren, einen äußerst glatten Verlauf. In Berlin bewilligten die
Fabrikanten nach mehrtägigen Verhandlungen eine sofortige Lohn
zulage von 15 Pfg. pro tausend Zigaretten aller Sorten. Zugleich
sicherten sie eine neue, für die Arbeiter noch bessere Regelung der
Lohnfrage zu, sobald die damals gerade angekündigte Tabak
steuervorlage vom Reichstage verabschiedet sei. Der Lohn ist dann
später nach Einführung des Zigaretten-Steuergesetzes auch wirklich
noch einmal um 10 Pfg. pro tausend Zigaretten erhöht worden,
so daß heute der Minimallohn in Berlin die Höhe von 2,75 Mk. hat.
Ebenso bewilligten die Betriebe in den meisten anderen Städten
Deutschlands Lohnerhöhungen.
Heute hat der Minimallohn in nachgenannten Städten durch
schnittlich folgende Höhe:
Dresden ....
. 2,30 Mk.
Danzig
. 1,60
Berlin
. 2,75
n
München ....
. 2,50
Hannover ....
. 2,75
tf
Frankfurt ....
. 3,00
Hamburg-Altona . .
. 2,75
))
Wiesbaden . . .
. 2,50
Breslau
. 1,60
))
Baden-Baden . . .
. 1,80
Posen
. 1,60
))
Cöln/Rhein . .
. 2,30
Königsberg
. 1,60
»
Düsseldorf ....
. 2,30
Die Löhne sind also am niedrigsten in den ostdeutschen Städten,
am höchsten in Frankfurt am Main, dessen Lohnverhältnisse von
den Arbeitern schon bei den Lohnbewegungen im Jahre 1905 als
für ganz Deutschland erstrebenswert hingestellt wurden.
Um noch besser in die konkreten Verhältnisse einzuführen,
gebe ich nachstehend die Angaben wieder, die Dresdener, Berliner,
Hamburger sowie Breslauer Arbeiter und Arbeiterinnen über ihren
Verdienst auf den von mir ausgegebenen Fragebogen gemacht haben.
(S. Tabelle S. 86!)
Im Durchschnitt ergibt sich aus den genauen Verdienst
angaben auf den Fragebogen folgender Wochenverdienst:
a. für einen Zigarettenarbeiter in Dresden: 15,33 Mk.,
„ „ „ „ Berlin: 18,30 „
» „ „ n Hamburg: 21,93 „
b. für eine Zigarettenarbeiterin in Breslau: 8,50 Mk.,
,, » ,, » Dresden: 11,94 „
» „ n „ Berlin: 15,43 „
* » » „ Hamburg: 18,60 „