Full text: Der Briefwechsel zwischen Marx und Engels 1868-1883 / [hrsg. von D. Rjazanov] (Abt. 3, Briefwechsel, Bd. 4)

1492) 1879 Sept. 9 
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Du seist noch nicht zurück und er selbst, Hirsch, sei auch im Be- 
griff, an die Seeküste zu gehn. Damit werden wir wohl Ruhe vor 
dem Mann haben. 
{nzwischen wäre es doch gut, wenn Du mir die Akten zurück- 
schicktest. Ich werde doch endlich Bebel antworten müssen 1. we- 
gen Hirschs, der gern seine persönliche Angelegenheit gegenüber 
Bebel klargestellt sehn möchte und etwas ungeduldig wird, und 
2., weil das Jahrbuch, das Kow[alewsky] Dir mitgebracht, uns 
glücklicher Weise gestattet, den Leuten einfach die Gründe be- 
7 stimmt anzugeben, weshalb wir absolut nicht an einem Organ mit- 
arbeiten können, an dem Höchberg auch nur ein Wort mitzu- 
sprechen hat. Die betreffenden Artikel sind: 
1. Rückblicke auf die sozlialdemokratische] Bewegung in 
Deutschland, von *,* (Höchberg und wahrscheinlich Bernstein 
ms und Lübeck), 
2, die Kritiken von C. L. (Lübeck) besonders über Cohn, 
Was ist Sozialismus, Schluß, ; 
3. Bericht aus Deutschland No. 1 von M. Sch. (Max Schlesin- 
ger in Breslau). 
Höchberg erklärt gradezu, die Deutschen hätten einen Fehler 
begangen, indem sie die soz[ialdemokratische] Bewegung in eine 
bloße Arbeiterbewegung verwandelt und durch unnötiges 
Herausfordern der Bourgeoisie sich das Sozialistengesetz 
selbst zugezogen! Die Bewegung soll unter die Leitung der bürger- 
» lichen und gebildeten Elemente gebracht werden, einen durchaus 
friedlichen Reformcharakter tragen usw. Du kannst Dir denken, 
mit welchem gusto Most über diese Jämmerlichkeiten herfällt und 
sich wieder als der unverfälschte Vertreter der deutschen Be- 
wegung geriert, 
Enfin, ich glaube, Du wirst auch der Meinung sein, daß wir 
nach dieser Geschichte gut tun, den Leipzigern wenigstens gegen- 
über, unsern Standpunkt festzustellen. Wenn das neue Parteiorgan 
aus Höchbergs Loch tutet, dann können wir genötigt werden, dies 
auch öffentlich zu tun. 
Wenn Du mir die Sachen schickst (von dem Jahrbuch hab ich 
noch ein Exemplar hier), will ich einen Brief an Blebell ent- 
werfen und Dir einschicken, Du brauchst Dich natürlich dieser 
Lappalie wegen in Deinen Ferien nicht unterbrechen zu lassen. 
Aber es muß bald etwas geschehn, sonst schreibt Hirsch wieder 
Privatbriefe nach allen Ecken und Enden und gibt der Sache einen 
viel zu ausschließlich persönlichen Charakter. 
Seitdem die russische Diplomatie sich ihre Ziele durch innere 
russische Ereignisse muß vorschreiben lassen, geht ihr alles schief. 
In demselben Augenblick, wo ihre Nihilisten und Panslawisten die 
deutsche Allianz so in Stücke brechen, daß sie höchstens noch auf 
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