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Erstes Buch. Die Begründer.
deshalb noch ein anderes Kriterium auf: die vom Kapital in Bewegung
gesetzte produktive Arbeit. Wenn das richtig wäre, so würden die In
dustrien, die die wenigsten Maschinen und die meisten Hände beschäftigen,
dem Volk am nützlichsten sein, was unhaltbar ist.
Die modernen Hedonisten haben ebenfalls den Beweis versucht,
daß die freie Konkurrenz danach strebt, die Produktion so zu leiten,
daß das Maximum der Ophelimität verwirklicht wird, d. h. daß die je
weiligen Bedürfnisse des Marktes bestmöglich befriedigt werden. Sie
unterlassen aber nicht, darauf hinzuweisen, daß gesellschaftlicher
Nutzen und Ophelimität zwei Ausdrücke sind, die nicht zusammen
geworfen werden dürfen; auch geben sie zu, daß sie nicht imstande
sind, ein wissenschaftliches Kriterium für den gesellschaftlichen Nutzen
zu finden.
Die Beweisführung Smith’s kann daher nicht als endgültig ange
nommen werden; sie steht auf zu schwachen Füßen. Vergessen wir aber
nicht, daß der Optimismus Smith’s viel weniger auf dieser besonderen
Beweisführung ruht als auf der Gesamtheit der Beobachtungen, die er
in seinem Buche vorträgt. Der Gedanke einer Harmonie des Privat-
und des Allgemein-Interesses erscheint bei ihm nicht mit der Straffheit
eines a priori bewiesenen Lehrsatzes, der keine Ausnahme zuläßt, sondern
vielmehr als ein allgemeiner Gesichtspunkt, als ein Schluß aus wieder
holten Beobachtungen, als eine Zusammenfassung seiner eingehenden
Untersuchungen im ganzen Bereich der wirtschaftlichen Einrichtungen.
Eine Wahrheit, die durch die Beweisführung in einem besonderen Fall
wohl bestätigt werden kann, die sich aber, viel mehr noch als auf diese
Beweisführung, auf die Erfahrung gründet, die Erfahrung der ganzen
Geschichte, auf Grund derer Smith im Körper der Gesellschaft, ebenso
wie im Körper der Menschen, ein lebendiges Prinzip der Heilung und
des Fortschrittes findet. Smith wäre der erste gewesen, der sich ge
weigert hätte, dieser Annahme eine absolute Form zu geben. Er begnügt
sich damit, zu sagen: „Sehr oft', „in den meisten Fällen“ wird das all
gemeine Interesse durch die selbsttätige Handlung des persönlichen
Interesses befriedigt. Auch ist er der erste, hervorzuheben (wie z. B.
bei den Kaufleuten und den Fabrikanten), daß in gewissen Fällen das
Privatinteresse nicht mit dem allgemeinen Interesse Übereins timmt.
Hierfür ließen sich noch viele, ebenso charakteristische Stellen anführen.
So hat sein Optimismus nichts Absolutes an sich.
Ebensowenig ist sein Optimismus unbeschränkt. Man kann leicht
sehen, daß er sich nur auf die Produktion der Güter erstreckt. Niemals
hat Smith behauptet, und das unterscheidet den großen schottischen
Nationalökonomen von den Optimisten der Schule Bastiat’s, daß die
Güterverteilung sich dem Ideal der Gerechtigkeit nähere. Hier macht
sein Optimismus Halt. Im Gegenteil, Smith konstatiert, daß die Grund-