Full text : Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Kapitel  III.  Die  Pessimisten.

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Ideen,  wie  die  der  Tatsachen  beherrscht.  Diese  Reaktion  ließ  auch  nicht
auf  sich  warten  und  erschien  in  der  malthusischen  Abhandlung.
Den  Behauptungen,  daß  dem  Fortschritte  des  Menschengeschlechtes
zu  Reichtum  und  Glück  keine  Grenzen  gezogen  seien,  und  daß  die  Befürchtung, ­
  es  werde  eines  Tages  zuviel  Menschen  auf  der  Erde  geben,
grundlos  sei  oder  auf  jeden  Fall  sich  auf  so  weit  vor  uns  liegende  Zeiten
beziehe,  daß  es  nicht  der  Mühe  lohne,  sich  damit  zu  beschäftigen,  hielt
MälI'hus  als  Antwort  entgegen,  daß  gerade  hierin  das  fast  unüberwindliche ­
  Hindernis  bestehe,  ein  Hindernis,  das  sich  nicht  erst  in  ferner  Zukunft ­
  einstellen  werde,  sondern  das  seit  Anbeginn  in  seiner  ganzen  drängenden ­
  Notwendigkeit  bestanden  habe  und  auch  heute  vorhanden  sei 1 ).
Von  Anfang  aller  Zeiten  an  habe  das  Zuviel  an  Menschen  den  Fortschritt
des  Menschengeschlechtes  schwer  gehemmt,  ein  Fels  des  Sisyphus,  den
es  je  und  je  gewälzt  habe,  und  unter  dessen  Last  es  zusammenbreche.
Die  Natur  habe  in  den  Menschen  einen  Instinkt  gelegt,  der,  sich  selbst
überlassen,  ihn  dem  Hunger,  dem  Tode  und  dem  Laster  überantworte.
Hierin  liegt  die  Tatsache,  die  alle  Leiden  der  Menschen  bedingt,  ohne  daß
sie  die  Ursache  kennen;  die  Tatsache,  die  den  Schlüssel  zur  Geschichte
der  menschlichen  Gesellschaften  und  ihres  Elendes  liefert.
Jeder,  auch  der,  der  soziologischen  Studien  fernsteht,  kennt  die
einfachen  Formeln,  durch  die  Malthus  einerseits  die  unheimliche  Schnelligkeit ­
  der  sich  selbst  überlassenen  Bevölkerungsvermehrung,  und  auf  der
anderen  Seite  das  verhältnismäßig  langsame  Wachstum  der  Lebensmittelmenge
  vor  Augen  führt.  Er  benützt  zur  Darstellung  der  Bevölkerungsvermehrung ­
  die  geometrische  Reihe,  die  von  Zahl  zu  Zahl  durch
Multiplikation  fortschreitet,  und  er  nimmt  die  einfachste  Form,  in  der
jede  Zahl  das  Doppelte  der  vorhergehenden  ist;  zur  Darstellung  des
Wachstums  der  Lebensmittelmenge  bedient  er  sich  der  arithmetischen
Reihe,  die  von  Zahl  zu  Zahl  durch  Addition  wächst.  Auch  hier  nimmt
er  die  einfachste,  die  Reihe  der  ganzen  Zahlen:  Das  Ergebnis  ist  folgendes:
1  2  4  8  16  32  64  128  256
12345  67  8  9
Er  nimmt  weiter  an,  daß  jede  Zahl  eine  Periode  von  25  Jahren  umfaßt. ­
  Man  sieht  daher  sofort,  daß,  wenn  die  Bevölkerung  sich  alle  25  Jahre
verdoppelt,  und  die  Lebensmittel  während  dieses  Zeitraumes  nur  um
eine  stets  gleichbleibende  Menge  wachsen,  der  Unterschied  zwischen
den  beiden  in  einem  unheimlichen  Verhältnis  steigt.  In  unserer  Zahlen->)

  Kap.  VIII  trägt  die  über..»»:  „Übe,  den  I"*“;™ 1 “”'  “  *
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