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Erstes Buch. Die Begründer.
mit dem Praktiker ersten Ranges. Diese Theorien haben keinen irgendwie
pessimistisch gearteten Charakter und berühren keine Interessengegensätze.
Im Gegenteil, er sagt: „Dort, wo der Handel der freien Konkurrenz
offen steht, sind die Einzelinteressen beständig mit den Interessen der
Allgemeinheit in Übereinstimmung.“
Im internationalen Handel ist er noch entschiedener, als die Physiokraten
und Adam Smith, Freihändler, und wir haben schon bei Gelegenheit
der Bodenrente und des unvermeidlichen Steigens des Getreidepreises
darauf hingewiesen, wie die freie Einfuhr überseeischen Getreides ihm als
das einzig richtige Mittel erschien, diesem Übelstande entgegenzuwirken,
da sie gleichzeitig dem Steigen des Getreidepreises und seiner notwendigen
Folge, dem Steigen der Löhne, Einhalt tut, — und so auch das Sinken
des Profits, das ihn nicht weniger beschäftigte, zum Stillstand bringt 1 )
(siehe oben S. 175—177).
Außer diesem doppelten Grunde zugunsten des Freihandels führt er
einen weiteren an, der ebenfalls heute noch nichts von seiner Kraft verloren
hat; er ergibt sich aus dem wohltätigen Einfluß der internationalen
Arbeitsteilung: „Indem man auf diese Weise den größtmöglichen Vorteil
aus den Hilfsmitteln zieht, die die Natur bietet, gelangt man zu einer
besseren Verteilung und größerer Wirtschaftlichkeit der Arbeit“ (S. 105).
Es verdient hervorgehoben zu werden, daß sein berühmter Zeitgenosse
Malthus mehr dem Schutzzölle zuneigte 2 ). Es mag das eigentümlich
erscheinen, denn Malthus, in seiner Furcht vor dem Gespenst der Hungersnot,
hätte doch einer ausländischen Getreideeinfuhr die Tore weit öffn cn
sollen. Zweifellos glaubte Malthus, in Übereinstimmung mit unseren
heutigen Agrar-Schutzzöllnern, daß das sicherste Mittel, ein Land vor
Hungersnot zu bewahren, nicht darin liege, die nationale Landwirtschaft
der Konkurrenz des Auslandes auszusetzen, sondern im Gegenteil darin,
sie zu stützen und zu immer größerer Entfaltung zu bringen, indem ihr
ein genügender Preis für ihre Erzeugnisse gesichert wird. Auch nruß
darauf hingewiesen werden, daß Malthus eine andere Theorie über die
') In einem seiner Briefe an Malthus (v. 18. Dez. 1814) schreibt er bedauernd:
„Wenn wir nur eine Zone fruchtbaren Landes unserer Insel anfügen könnten, würden
die Profite nie fallen.“ Nun sollte gerade der Freihandel der Insel eine unbeg relizte
ZoDe fruchtbaren Landes anfügen, und dadurch gleichzeitig das Fallen der Profite
und das Steigen der Bodenrente verhindern.
In seiner Schrift über den „Schutz, der der Landwirtschaft zu gewähren
ist“ (1822), führt er aus, wie der Schutzzoll, der zur Bebauung auch der unfruchtbarsten
Flächen des einem Volke gehörenden Bodens zwingt, notwendigerweise die
Getreidepreise und die Bodenrente in die Höhe treibt. Er verlangt nicht Aufhebung
des Einfuhrzolles, sondern eine Ermäßigung des Schutzzolles auf 10 sh das Quarter
(M. 4,32 der Doppelzentner),
/tt / 2 ^ S ! ehe ” An inquiry into the nature and progress of rent, 18 15
(Untersuchung über die Natur und den Fortschritt der Bodenrente).