Full text : Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Kapitel  IV.  Friedrich  List  und  die  nationale  Volkswirtschaftslehre.'  i  ,',307  ys,  <

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Auch  hierzu  bemerkt  Stuart  Mill  sehr  richtig 1 ),  daß  es  nicht  derFreihandel
  ist,  der  Amerika  dazu  zwingt,  sein  Getreide  auszuführen;  es  zeigt
damit  nur,  daß  die  Aussaugung  des  Bodens  ihm  als  ein  unbedeutendes
Übel  erscheint  gegenüber  den  Vorteilen,  die  ihm  diese  Ausfuhr  verschafft.
Weiterhin  hat  Carey,  als  einer  der  ersten,  im  Schutzzoll  ein  Mittel
gesehen,  die  Löhne  zu  erhöhen:  der  höchst  entwickelte,  wirtschaftliche
Zustand,  sagt  er,  schafft  unter  den  Unternehmern,  die  Arbeit  brauchen,
ei ne  lebhafte  Konkurrenz,  eine  Konkurrenz  von  der  natürlich  die  Arbeiter
profitieren.  —  Dieser  Vorteil  aber  (angenommen,  er  existiert)  scheint
notwendigerweise  durch  die  Teuerung  der  Lebensmittel  mehr  als  aufgewogen ­
  zu  werden.

Man  sieht,  wie  Carey,  wenn  er  auch  von  den  gleichen  Grundgedanken
wie  List  ausgeht,  sein  Gebäude  auf  viel  weniger  soliden  Grundlagen  errichtet. ­
  Durch  den  klaren  Aufbau  seiner  Gedanken  wie  durch  den  wissenschaftlichen ­
  Wert  seiner  Ausführungen  ist  der  deutsche  Schriftsteller
seinem  amerikanischen  Nachfolger  bedeutend  überlegen.  Er  ist  auch  viel
gemäßigter.  Carey  begnügt  sich  nämlich  nicht  mit  einem  Schutzzoll
Iu r  die  Industrie.  Er  verlangt  auch  für  die  Landwirtschaft  einen  Schutz-Z
 °U;  und  die  geringen  Zölle,  die  List  vorschlägt,  genügen  ihm  durchaus ­
  nicht.

Trotz  aller  ihrer  Berührungspunkte  ist  aber  Carey  mcht^von^Lis^
angeregt  worden.  Er  hat  das  nationa  ®  irt schaftlichen  amerikanischen
an:  aber  er  hatte  schon  m  der  volki  abc  Bücher,
Uiteratur  gleichartige  Anregungen  finden  011  Amerikas  das  sich
hat  das  wirtschaftliche  Leben  der  Vernrng  en^Staaten zu
unter  seinen  Augen  entfaltete,  dazu  beige  rag  >  c+ aa ten  unter  dem
bilden.  Indem  er  den  Fortschritt  der  Vereinigten  be _
Schutzzoll  konstatierte,  indem  er  in  diesem  ga  Kolonisation
völkerten  Lande  die  Produktivität  des  Bodens  mrt■  ^  dem  Maßwachsen ­
  sah,  und  indem  er  beobachtete,  daß  er  au f  den  Gehabe ­
  wuchs,  wie  die  Bevölkerung  sich  verdichte  JLm  der  enormen
danken  einer  Politik  der  Isolierung,  um  pi;,  «midier  als  List,  sah
Hilfsmittel  seiner  Heimat  zu  beschleunigen.  .„{fliehen  Kreisen  seines
er  seine  Ideen,  wenn  auch  nicht  von  den  Wesens  ^  doch  wenigstens
Landes  (die  sich  in  der  Mehrzahl  ablehnend  ver  ’  ^  g ^ e  Großen
von  den  amerikanischen  Staatsmännern  angeno  »
ausführten 2 ).
.  „  -  v. lim .  un d  doch  ist  diese  Bedingung
Fähigkeiten  entwickeln,  vermehren  sie  ihren  Ke  v’olkswirtschaftlem  entgangen  “•
aüer  Verbesserung,  trotzdem  sie  so  wesentlich  ist. 1  {  Übers.)
(“rinciples  of  Social  Science,  B.  I,  S.  x  c  L
hrinciples  of  Political  Economy,  B-  .  al [ Xa ( io nalökonom,  Jena  1885,
■y  )  Vgl.  hierüber  Jenes,  Henry  C.  Lar  y
Kap.  1.
            
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