Full text : Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Kapitel  I.  Die  Optimisten.

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der  Sozialismus  doch  wenigstens  das  Glück  der  Arbeiter,  also  der  Armen
erstrebte;  —  und  schädlicher,  weil  sie  schon  verwirklicht  war  und  ihre
erwüstungen  offen  ausübte,  während  der  andere  glücklicherweise  noch
eine  Utopie  blieb.  Indem  die  französische  Schule  so  zwei  Gegner  zu  gleicher
°it  bekämpfen  mußte,  fand  sie  sich  in  der  vorteilhaften  Lage,  dem  Vorwurfe ­
  der  Klassenadvokatie  zu  entgehen:  sie  konnte  antworten,  daß  sie
Ur  die  Gesamtheit  kämpfe.
Ein  hundertjähriger  Krieg  muß  selbstverständlich  bei  denen,  die  ihn
urchgefochten  haben,  seine  Spuren  hinterlassen;  das  genügt,  um  die
»apologetischen,  normativen  und  finalistischen“  Tendenzen  zu  erklären,
e  man  der  französischen  Schule  so  oft  vorgeworfen  hat.
Wie  hat  sie  es  angefangen,  um  die  „gesunden  Doktrinen“  zu  vereidigen, ­
  die  sie  oft  leichtfertig  mit  der  Wissenschaft  verwechselt  hat?
lerauf  kommt  es  an.  Sie  sagte  sich:  das  ganze  Übel  stammt  von  den
essimisten.  Sie  sind  es,  die  durch  ihre  unheildrohenden  Voraussagungen
en  Glauben  an  die  Naturgesetze  und  an  die  selbsttätige  Organisation
ein  /* ese d sc haft  vernichtet  und  die  Menschen  dazu  getrieben  haben,
besseres  Schicksal  in  künstlichen  Organisationen  zu  suchen.  Es  ist
a  er  vor  allem  notwendig,  um  die  kritische  Schule,  den  Sozialismus
ko  das  Schutzzollsystem  zu  widerlegen,  die  Wissenschaft  von  den
n  ®Promittierenden  Lehren  Kicardo’s  und  Malthus’  zu  befreien  und
Ks\ ZUWCiSen ’  da ^  ^ re  an g e blichen  Gesetze  der  Grundlage  entbehren,
ins  T? mm ^  darauf  an,  zu  zeigen,  daß  die  natürlichen  Gesetze  uns  nicht
dem  son dern  ins  Glück  führen,  wenn  auch  hin  und  wieder  auf
ant  .  w .ege  des  Übels;  daß  die  individuellen  Interessen  nur  scheinbar
es  a ^ onist i s ch,  in  Wahrheit  aber  dennoch  solidarisch  sind,  und  daß
* ob gen %  w ^ e  Bastiat  sagt,  wenn  „ein  jeder  sein  Interesse  verfolge,
der  e p  SK? k  berausstellen  wird,  daß  jeder,  ohne  es  zu  wollen,  den  Interessen
hab  >  esamt ^ e d  dient“.  Kurz,  die  Anhänger  der  französischen  Schule
en ’  Um  den  Pessimismus  zu  widerlegen,  sich  zu  Optimisten  gemacht.
Optim' 6  französische  Schule  protestiert  allerdings  gegen  den  Namen
^ e cht  f en  & enau  w i c  g e g en  die  Bezeichnung  Orthodoxe.  Sie  würde  auch
r nils  naben  zu  protestieren,  wenn  wir  unter  Optimismus  den  Quietisda
  <r]  h  e 8°Etische  Zufriedenheit  des  satten  Bürgers,  verständen,  der
j 1 , 11 ™:  daß  in  der  besten  der  Welten  alles  auf  das  beste  eingerichtet
gewiß' a ^ er  durchaus  nicht  der  Fall.  Wir  haben  schon  darauf  hinv<;
 rst(4i' n ’  da ^  d lr  „laisser-faire“  nicht  im  Sinne  eines  „nichts  tun“  zu
"-frei  V- 1 ’  sondera  im  Sinne  des  englischen  Ausdrucks  „fair  play“,
V 0 lk s leS  bpiel  der  Kra fr e -  Wir  haben  im  Gegenteil  auch  gesagt,  daß  diese
Und  Wlrtsch aftler  stets  unermüdliche  Polemiker  und  Streiter  waren
bfäucli  heute  sind .  Zu  allen  Zeiten  haben  sie  ihre  Stimme  gegen  Mißdi
 e  übY^ben.  Ihr  Optimismus  liegt  aber  darin,  daß  sie  stets  glaubten,
01  der  wirtschaftlichen  Ordnung  kämen  hauptsächlich  daher,  daß
            
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