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Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit.
die, aus denen man seine Theaterbesuche bestreitet, bis man eine Gleichgewichtslage
gefunden hat. Diese Gleichgewichtslage ist erreicht: sobald
der Grenznutzen der letzten ausgetauschten Gegenstände,
oder, wenn man will, die Stärke der letzten befriedigten
Bedürfnisse gleich sind. Wenn nämlich der Groschen, den man für
die Erwerbung der letzten Zigarre ausgibt, die man am Tage raucht,
nicht die gleiche Befriedigung gewährt, wie der Groschen, mit dem man
die letzte Abendzeitung kauft, so würde man, sobald einem dies klar geworden
ist, die Verwendung dieses Groschens ändern, und eine Zigarre
weniger rauchen, um eine Zeitung mehr zu kaufen. Der Verbrauch
regelt sich daher in einer Art von Austausch, für den unser Innerstes der
Markt, und unsere sich bekämpfenden Wünsche die Feilschenden sind 1 )-Auch
im Bereich der Verteilung hat sich schließlich die Theorie des
Grenznutzens wie in einem eroberten Lande eingerichtet: hier sind es
besonders die Amerikaner, vor allem Professor J. B. Clark, die sich bemüht
haben, von hier aus alle Gesetze der Rente, des Zinses und des Lohnes
zu erneuern. Wir können hier diese scharfsinnigen Analysen nicht darlegen,
an denen die volkswirtschaftlichen ,, Quarterlies“ der amerikanischen
Universitäten sich ergötzen, höchst wahrscheinlich als Reaktion gegen
ein soziales Milieu, das mit Pragmatismus und Realismus durchdrängt
ist. Wir erwähnen daher nur das Prinzip der Lohntheorie. Wie jeder
Wert wird auch der Lohn durch den Grenznutzen bestimmt. Aber der
Grenznutzen von was? der Grenznutzen für wen? Der Grenznutzen der
Dienste des Arbeiters für den Unternehmer. — Nun bestimmt aber dort)
wo es sich um die Faktoren der Produktion handelt, ihr Produktivitätsgrad
ihren Nützlichkeitsgrad, — der Lohn wird daher von der Grenzpro-*)
Hinsichtlich des Verbrauches hat die neue Schule aus dem Gesetz des ati
jedem Markt herrschenden Einheitspreises eine merkwürdige Folgerung gezogen. Obgleich
es nämlich nur einen Preis für alle Käufer gibt, sagen wir für Getreidekäufe 1 '
so ist doch der Grenznutzen für einen jeden der Verbraucher äußerst ungleich. Angenommen,
der unter den oben ausgeführten Bedingungen zustande gekommene P rt:If
sei 20 Fr.; dieser oder jener Käufer würde aber bereit gewesen sein, 26 Fr. zu zahlen
und hätte diesen Preis, wenn notwendig, gegeben; ein anderer hätte 24 Fr., ein anderer
23 Fr., 22 Fr. usf. gezahlt. Folglich fällt einem jeden von ihnen, die ja nur 20 Fr. zahle 11 '
ein Gewinn zu, und zwar unter der Form einer Ausgabeersparnis. Das nennt Profess® 1
Marshaxl die Rente des Verbrauchers (Principles, Bd. III, Kap. VI). Er wähl 1
diese Bezeichnung, um sie mit der berühmten Rente des Produzenten in Verbindung
zu bringen, die lange vor der hedonistischen Schule entdeckt worden ist, die aber
der gleichen Ursache beruht, d. h. auf wechselnden Unterschieden — jür jeden Produzenten
— zwischen dem auf dem Markt festgelegten Verkaufspreis und den Produktion 8
kosten oder Opfern eines jeden von ihnen, ln Wirklichkeit besteht die Identität zwisch e ^
diesen beiden Rentenkategorien kaum mehr als auf dem Papier, denn die Rente des Ve 1
brauchers ist rein subjektiv, während die des Produzenten einen Handelswert ® a ‘
Es genügt ganz einfach, wenn man sagt, daß in den meisten Fällen der Tausch de
Menschen ungleiche Befriedigungen, auch bei gleichem Preise, gewährt.