Full text : Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Fünftes  Buch.  Die  Lehren  der  neuesten  Zeit.

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weniger  elastisch  ist,  —  so  daß  sozusagen  eine  jede  Ware  ihre  charakteristische ­
  Kurve,  ihr  Kennzeichen,  ihre  Nummer  hat,  die  ihr  Erkennen
(theoretisch  wenigstens)  unter  hundert  anderen  gestattet 1 ).
Die  Kurve  des  Angebotes  verhält  sich  natürlich  umgekehrt  wie  die
vorhergehende,  steigt,  wenn  der  Preis  steigt,  und  fällt,  wenn  der  Preis
fällt.  Hieraus  ergibt  sieh,  daß  es  niemals  ein  Angebot  zum  Nullpreis  gibt,
während  im  Gegenteil  die  Nachfrage  zum  Nullpreis  ganz  außerordentlich
—  wenn  auch  nicht  unendlich  —  groß  ist,  und  keine  Grenzen  hat,  als
die  der  Verbrauchsfähigkeit *  2 ).

*)  Die  Kurve  der  Nachfrage  ist  gewöhnlich  konkav  und  diese  charakteristische
Form  ist  nur  der  geometrische  Ausdruck  einer  bekannten  Tatsache,  daß  nämlich  der
Absatz  sogleich  schnell  steigt,  wenn  der  Preis  niedrig  genug  ist,  um  der  großen  Masse
zugänglich  zu  sein,  weil  die  kleinen  Börsen  viel  zahlreicher  sind  als  die  großen,  und
daher  eine  auch  nur  geringe  Erniedrigung  des  Preisniveaus  die  Ware  viel  weiteren  Bevölkerungsschichten ­
  zugänglich  macht.  Doch  kann  die  Kurve  die  verschiedensten
Formen  annehmen.  Für  gewisse  Produkte,  wie  das  Getreide  oder  das  Salz,  zieht  eine
starke  Preiserniedrigung  keine  große  Absatzerhöhung  nach  sich.  Für  andere  wieder,
wie  z.B.  dieDiamanten,  würde  eine  starke  Preisemiedrigung  vielleicht  den  Erfolg  haben,
indem  sie  die  jetzige  Wertschätzung  in  das  Gegenteil  verkehrt,  jede  Nachfrage  zuin
Aufhören  zu  bringen.
Die  Kurve  des  Angebots  dagegen  ist  gewöhnlich  konvex,  weil  das  Angebot,  das
nur  bei  einem  gewissen  Preis,  auf  tritt,  gegen  Preiserhöhungen  sehr  empfindlich  ist  und
beim  geringsten  Steigen  der  Preise  schnell  zunimmt,  aber  bald  zu  einem  Stillstand
gelangt,  weil  die  Produktion  nur  langsam  zu  folgen  vermag,  pede  claudo;  es  ist  sogar
möglich,  daß  von  einem  bestimmten  Punkte  an  das  Angebot  geringer  wird,  einfach  weil
es  keine  verfügbaren  Produkte  mehr  auf  dem  Markte  gibt.
2 )  Das  folgende  Schaubild  zeigt  die  beiden  Kurven,  die  des  Angebots  und  der
Nachfrage:

Die  arabischen  Ziffern  der  Horizontalen ­
  bezeichnen  die  Preise;  die  römischen
Ziffern  der  Vertikalen  die  nachgefragten
Mengen.  So  ist  in  dem  obigen  Bilde  bei
einem  Preise  von  1  (eine  Mark,  ein
Franken,  ein  Pfennig,  wie  man  will)  die
nachgefragte  Menge  VII;  bei  einem  Preise
von  9  ist  die  nachgefragte  Menge  0.
Die  punktierte  Linie  des  Angebotes
zeigt  beim  Preis  1  das  Angebot  mit  HD
beim  Preise  6  steigt  das  Angebot  auf  VII
und  bleibt  fast  stationär  ...  In  keinem
Fall  erreicht  die  Kurve  des  Angebots  die
Achse  der  Ordinate,  da  diese  Achse  bei
Preis,0  liegt,  und  das  Angebot  lange  voi
dem  Preise  0,  d.  h.  wenn  Gegenstände
umsonst  zu  haben  sind,  aufhürt.
Selbstverständlich  kann  der  Austausch ­
  nur  zustande  kommen,  im  Fal e

*-  J  V  W  IfOiUDUU.  JU.UX  ZiUai/tX-UU-U  xw-lu-llav/aa,  ,
und  Nachfrage  zu  einem  Gleichgewicht  gelangen,  und  dieser  Punkt  b  ist  gern
            
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