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ben und zu begehren ? Würde nicht ein solches Ergebnis in
seinem Unheil für die Menschheit gleich groß oder noch
größer sein, als alles, was aus der Degeneration und dem
Parasitismus der Frau erwachsen könnte? Wäre es nicht
besser, falls irgendeine Möglichkeit dieser Gefahr besteht,
daß die Frauen, so bewußt sie sich auch seien, die sozialen
Arbeiten unter den neuen Bedingungen ebenso vorzüglich
erfüllen zu können wie unter den alten, doch freiwillig und
bewußt, mit offenen Augen lieber in einen Zustand voller
geistiger Erschlaffung mit allen daran haftenden Übeln
versänken, als dem noch unersetzlicheren Verlust entgegen
zugehen, den ihre Entwicklung und die Ausübung ihrer
Gaben zur Folge haben könnte? Wäre es nicht besser, sich
freiwillig für das kleinere von beiden Übeln zu entscheiden,
selbst sein Wachstum zu hemmen und seine Tätigkeit und
die Erweiterung seiner Fähigkeiten einzuschränken, als
irgend zu riskieren, daß das Band des Begehrens und Füh-
lens zwischen den beiden Hälften der Menschheit sich lok-
kere ? Wenn das Menschengeschlecht auf Erden verblühen
und verlöschen soll, warum nicht ebenso durch den Para
sitismus und den Verfall der Frau als durch das Verwelken
des Geschlechtsinstinktes ?
Es ist nicht leicht in vernünftiger oder nur in ernsterWeise
auf eine Annahme zu antworten, die darauf basiert zu sein
scheint, daß ein plötzlicher und vollständiger Umsturz der
tiefsten Elemente, auf denen das menschliche, ja auch das
tierische Leben auf Erden ruht, durch eine so unzuläng
liche Ursache möglich wäre, und man könnte mit Still
schweigen darüber hinweggehen, wenn dieses Argument
nicht in einer oder der andern, in vernünftiger und unver
nünftiger Form immer wiederkehren und selbst bei ziem
lich intelligenten Köpfen eine Abneigung gegen den Ein
tritt der Frau in neue Arbeitsgebiete verursachen würde.
Es soll gleich offen zugegeben werden, daß, wenn auch
nur die geringste tatsächliche Gefahr in dieser Richtung