Full text : Die Frau und die Arbeit

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I.  PARASITISMUS

er  aufmerksam  den  Streit  verfolgt,  der  sich  fn  der

W  modernen  Welt  erhoben  hat,  in  dem  bald  dies,  bald
jenes  durch  und  für  große  Frauengruppen  gefordert
wird,  der  kann  als  Grundton  unter  all  dem  wirren  Lärm
den  Ruf  heraushören:  Gebt  uns  Arbeit  und  die  Bildung, ­
  die  uns  zur  Arbeit  befähigt!  Wir  fordern
dies  nicht  allein  für  uns,  sondern  um  der
Menschheit  willen.
Wir  wollen  diese  Forderung  folgendermaßen  logisch
entwickeln:  Gebt  uns  Arbeit!  Unzählige,  Tausende,  Millionen ­
  Jahre  haben  wir  gearbeitet.  Als  der  Mann  der
Urzeit  unstät  umherwanderte,  der  nackte,  kaum  zu  aufrechtem ­
  Gang  gelangte  Wilde  jagte  und  focht,  wanderten
wir  mit  ihm;  jeder  seiner  Wege  war  der  unsere.  In  unseren ­
  Leibern,  auf  unseren  Schultern  trugen  wir  das  Geschlecht; ­
  wir  suchten  Wurzeln  und  Kräuter  für  seine  Nahrung; ­
  wir  bereiteten  das  Wild,  das  der  befiederte  Pfeil
oder  die  Schlinge  des  Mannes  erreichte.  Seite  an  Seite
wanderten  wir,  der  wilde  Mann  und  die  wilde  Frau,  und
frei  arbeiteten  wir  gemeinsam.  Und  wir  waren  zufrieden!
Dann  trat  ein  Wandel  ein.  Die  Wanderungen  hörten  auf;
wir  ließen  uns  auf  einem  Fleck  Erde  nieder;  wieder  ward
die  Arbeit  unseres  Lebens  zwischen  uns  geteilt.  Während
der  Mann  zur  Jagd  auszog  oder  in  den  Kampf  gegen  den
Feind,  der  all  unseren  Besitz  bedrohte,  bearbeiteten  wir  das
Land.  Wir  lockerten  die  Erde,  wir  schnitten  das  Korn,  wir
erbauten  die  Wohnungen,  wir  woben  die  Kleider,  wir  formten ­
  die  irdenen  Gefäße  und  zeichneten  Linien  darauf,  der
erste  Versuch  der  Menschheit  in  häuslicher  Kunst.  Wir
studierten  die  Eigenschaften  und  den  Nutzen  der  Pflanzen,
und  unsere  alten  Frauen  waren  die  ersten  Ärzte  der  Rasse,
wie  auch  oft  ihre  ersten  Priester  und  Propheten.
Wir  ernährten  das  Geschlecht  an  unseren  Brüsten,  wir
            
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