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und die ihre Ehre so hoch hielt, daß sie den Tod ihrem
Verluste vorzog, bis zu den Tagen der Mutter der
Gracchen, einer der letzten Frauen dieser großen Reihe,
finden wir überall die aufrechte, tätige, entschlossene
Römerin, die Männer zur Welt brachte, die Roms Größe
schufen. Wenige Jahrhunderte später und Rom hatte eben
falls jenen gefährlichen Punkt sozialen Wandels erreicht,
den Griechenland Jahrhunderte früher erlebt hatte. Skla
venarbeit und der Besitz einer unermeßlichen Beute unter
worfener Stämme hatten dem Bedarf nach physischer Ar
beit von seiten der Mitglieder des herrschenden Stammes
für immer ein Ende gemacht. Es kam die Epoche, in der
die Männer sich wohl noch mit den Pflichten des Krieges,
der Regierung, der Gesetzgebung und Kultur abgaben, die
römische Matrone aber bereits für immer ihrer Aufgaben
sich entledigt hatte. Bedeckt mit Juwelen und kostbaren
Gewändern, die auf Kosten unsäglicher menschlicher Ar
beit von den Enden der Welt herbeigebracht wurden, ge
nährt mit den wohlschmeckendsten Gerichten, die andere
Hände bereitet hatten, suchte sie nur mit Vergnügungen
ihr Leben zu verbringen, das ihr nicht länger die An
regungen und Freuden einer produktiven Tätigkeit bot.
Sie besuchte die Theater und Bäder, lag auf ihrem Sofa
oder fuhr in ihrem Wagen, und ganz wie ihr modernes
Seitenstück schminkte sie sich, trug Schönheitspfläster
chen, affektierte einen künstlerischen Gang und bot die
Hand zum Gruß mit erhobenem Ellbogen und herabhän
genden Fingern. Ihre Kinder wurden von Dienerinnen auf
gezogen. An der geistigen Arbeit und der Regierung ihres
Landes nahm sie geringen Anteil und war auch nicht ge
eignet, ihn irgend zu nehmen.
Es fehlt nicht an Schriftstellern und Denkern, die klar
erkannten, wohin diese Entnervtheit der Frauen führte,
und sie sparten nicht mit Anklagen. So schreibt ein römi
scher Autor dieser Epoche: „Es gab eine Zeit, da die Ma