Full text: Die Frau und die Arbeit

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trone die Spindel drehte und dabei nach dem Kochtopf 
ausschaute, damit die Suppe nicht überkoche; aber jetzt,“ 
fügt der Autor hinzu, „da die Weiber mit Juwelen bela 
den, auf weichen Kissen ruhen oder in Bädern und The 
ater Zerstreuung suchen, gehen die Dinge abwärts und der 
Staat verfällt.“ Aber weder er, noch einer aus der Menge 
der Schriftsteller und Denker, die erkannten, zu welchen 
Zuständen der Dekadenz der weibliche Parasitismus die 
Gesellschaft führen mußte, wußte eine Abhilfe dagegen.* 
Denkende Männer seufzten über die Gegenwart, sehnten 
sich nach der Vergangenheit und schienen doch nicht be 
griffen zu haben, daß diese unwiderruflich vorbei war; 
daß die Römerin, die, um es ihrer Ahnin gleich zu tun, 
mit ihren hundert müßig herumstehenden Dienerinnen den 
Krug auf dem Kopfe zum Brunnen hinausgegangen wäre, 
während der eingeleitete Wasserstrahl im Hofraum jedes 
Hauses hervorschoß, die Rolle einer Heuchlerin gespielt 
hätte; daß die Römerin, die damals darauf bestanden hätte, 
ihren Webstuhl hervorzuholen und die ganzen Nächte am 
Spinnrad zu sitzen, doch niemals solche Gewebe zustande 
gebracht hätte, wie sie ihr Haushalt erforderte und nur recht 
kindisch gehandelt hätte; daß sie nicht durch Rückkehr 
zu den alten und für immer verschlossenen Arbeitsfeldern, 
sondern allein durch den Eintritt in neue ihrem Volke 
nützen und sich selbst hätte Würde und Kraft erhalten 
können. Nicht durch Wassertragen und Leinenweben, son 
dern indem sie sich selbst dazu erzogen und geschult hätte, 
ihren Arbeitsteil an der gerechten und weisen Leitung 
eines großen Reiches zu übernehmen und ein Geschlecht 
von Männern dazu heranzuziehen, eine erleuchtete, barm 
herzige und wohltätige Herrschaft über die große Masse 
unterworfener Völker zu führen — so und nur so hätte sie 
* Muß nicht auch tatsächlich der Protest und die Abhilfe in allen sol 
chen Fällen ihren Ausgang von der betroffenen Klasse selbst nehmen, 
wenn sie von irgend welcher Wirkung sein sollen?
	        
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