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Die Finanzwirtschaft während des Krieges usw.
die Kaufkraft sicherlich anders verwendet werden als in den
Händen des Wertpapiererwerbers, der — da es ihm um eine Rente
zu tun ist — in der Hauptsache nur Kriegsanleihe hätte kaufen
können. Verkauft die Bank aus eigenem Besitz, dann vermehrt der
Erlös das der Bank zur Verfügung stehende Betriebskapital. Da
dieses Kapital nach bankpolitischen Grundsätzen angelegt zu wer
den pflegt, so geht die Kaufkraft mittelst Kreditgewährung an
Handel und Industrie oder an die Kommunen oder an das Reich
(gegen Reichsschatzanweisungen) über, oder sie verbleibt in Ge
stalt von Barvorräten in den Kassen der Bank, erhöht die Giro
guthabenbestände der Reichsbank. In Kriegsanleihe werden nur
verhältnismäßig geringe Teile der Bankgelder angelegt.
Des weiteren kann der Verkäufer der Wertpapiere eine andere
Privatperson sein, der die Kaufkraft des Wertpapierverkäufers
übertragen wird. Sie kann ihrerseits mit dem Erlös Sachgüter kau
fen oder den aus irgendwelchen Gründen zu haltenden Kassen
bestand erhöhen oder die flüssigen Mittel bei den Banken auf Depo
sitenkonto einzahlen (wodurch die Bank die Verfügungsgewalt er
hält) oder auch Kriegsanleihe zeichnen. Die die Kaufkraft erhaltene
Person kann endlich auch ein Spekulant sein, der sie dauernd im
Ankauf und Verkauf von Wertpapieren verwendet. Die Spekula
tion bindet die Kaufkraft insofern, als die Kapitalien ständig für
den Kauf und Verkauf von Wertpapieren zur Verfügung gehalten
werden. Je höher die Kurse sind, je größer die Summe der der
Spekulation (nicht der Kapitalanlage) dienenden Wertpapiere und
je größer die Zahl der sich an der Spekulation beteiligenden Per
sonen ist, um so größer ist auch das Kapital, das durch die Speku
lation gebunden wird. Es tritt im Frieden in den Reports und
Lombarddarlehen und den Depositen der Bankbilanzen in die Er
scheinung. Während des Krieges vollzog sich die Spekulation nur
im Kassageschäft, so daß lediglich ein Teil der Depositen das Be
triebskapital der Spekulation darstellen dürfte. Diese Depositen
erheischen den größten Grad von Liquidität, da sie täglich nach
den Verfügungen der Spekulanten hin und her geschoben werden.
So werden sie, wenn sie nicht in bar oder als Giroguthaben bei der
Reichsbank aufbewahrt werden, höchstens Anlage in Reichsschatz
anweisungen, niemals aber in Kriegsanleihe finden. —
Die Börse saugt also die flüssigen Geldkapitalien nicht in
sich auf; sie ist nur der große Umschalter für die Kaufkraft der