Inflation und Wechselkurse.
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Vermehrung hersteilen zu sollen. Wie sind die Meinungsverschieden
heiten zu erklären?
Wenn durch den Mangel an ausländischen Zahlungsmitteln die
Kurse der ausländischen Wechsel in Deutschland gestiegen sind,
so war es den deutschen Einzelwirtschaften dank ihrer gestiegenen
Kaufkraft ein leichtes, für diese Zahlungsmittel mehr Mark
einheiten anzulegen, um damit die Einfuhr von ausländischen
Waren zu ermöglichen, nach denen infolge des Mangels an ein
heimischen Waren eine starke Nachfrage in Deutschland bestand.
Die höheren Markpreise für die ausländischen Waren waren in
Deutschland möglich, entweder; weil hier schon für diese oder die
andere entsprechende Ware entsprechend hohe Preise bestanden
oder eine der Wechselkurssteigerung entsprechende Preissteigerung
infolge des stetig sich vergrößernden Mangels an Waren eintreten
konnte. Im letzteren Falle haben dann die hohen Preise für die
Importwaren auch zur Erhöhimg der Preise im Inland beigetragen.
(In welchem Umfange und bei welchen Waren dies geschehen ist,
wäre im einzelnen 1 ) zu untersuchen.) Die Bewilligung höherer
Preise in Mark für die ausländischen Zahlungsmittel braucht da
gegen nicht immer und nicht in vollem Umfange, wie dies vielfach
angenommen wird, mit einer Rückwirkung auf die Warenausfuhr
verbunden zu sein. Denn erstlich kann und konnte in Wirklich
keit — die größere Menge Mark unmittelbar in Gestalt von Noten —
weniger in Markschulden — ins Ausland gehen und hier auf den
Kurs der Mark drücken, oder sie konnte in Gestalt zu ungünsti
gen Bedingungen in fremder Valuta abgeschlossener Kredite auf
den Preis der zu importierenden Ware und später bei Näherrücken
der Fälligkeiten für Zinsen und Rückzahlungen ebenfalls auf den
Kurs der Mark im Ausland einwirken. Ferner konnte die größere
Menge Mark für die Einheit ausländischer Zahlungsmittel, die für
den Import benötigt und gezahlt wurde, den deutschen Verkäufern
von ausländischen Wertpapieren in Gestalt von sog. Valutagewin
1 ) Wie verschieden die Verhältnisse im einzelnen liegen, geht daraus hervor,
daß nach einem Bericht der Frankfurter Zeitung vom 27. Juni 1919 die anhaltende
Preissteigerung für Eisen in Deutschland zur Folge habe, daß nicht nur deutsches
Eisen nicht mehr auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig sei, sondern sogar die aus
ländischen Angebote trotz des hemmenden Standes der Valuta jetzt unter den
deutschen Preisen liegen. Am 22. Juni 1919 berichtet die Frankfurter Zeitung,
daß die inländischen Preise der Anilinfarben erhöht werden konnten, weil die
im neutralen Auslände gezahlten Preise bedeutend höher seien.
Prion, Inflation und Geldentwertung.
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