Full text : Inflation und Geldentwertung

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Finanzielle  Maßnahmen  zum  Abbau  der  Preise.

sind.  Ihre  nominell  gleichgebliebenen  Einkommen  können  nur
noch  geringere  Gütermengen  kaufen.  Das  Geldvermögen  ist  entsprechend ­
  entwertet.  Am  ärgsten  sind  die  kleinen  Rentner
daran,  die  aus  Alters-  oder  Erwerbsgründen  auf  ihre  geringe  Zinsrente ­
  angewiesen  sind,  um  daraus  den  Lebensunterhalt  zu  bestreiten, ­
  und  diejenigen  Personen,  die  aus  Alters-  oder  Unfallversicherungen ­
  oder  Pensionen  nur  schwer  erhöhbare  Renten  beziehen. ­
  Die  allgemeine  Teuerung,  verbunden  mit  der  auf  die  Einzelwirtschaften ­
  ungleichmäßig  verteilten  Kaufkraft,  hat  eine  völlige
Umschichtung  in  dem  Vermögen  der  einzelnen  Bevölkerungsklassen, ­
  ihren  sozialen  Abstufungen  wie  in  ihrem  kulturpolitischen
Wirken  herbeigeführt.  Noch  sind  wir  nicht  in  der  Lage,  die  Folgerungen ­
  aus  dieser  einschneidenden  Umgestaltung  in  ihrer  ganzen
Tiefe  und  Tragweite  zu  überblicken.
2.  Eine  überflüssige  Betrachtung:  Wären  alle  Preise  und  alle
Einkommen  in  gleicher  Weise  —  sagen  wir  um  das  Doppelte  —  gestiegen, ­
  dann  wäre  eine  Änderung  in  den  Beziehungen  der  Einzelwirtschaften ­
  zu  den  Preisen  nicht  eingetreten.  Die  Einzelwirtschaften ­
  hätten  nur  mit  der  doppelten  Geldmenge  zu  rechnen  gehabt, ­
  als  sie  es  bis  dahin  gewohnt  waren.  Eine  solche  einfache  Verdoppelung ­
  der  Geldrechnung  hat  nicht  nur  die  Verfassung  der
modernen  Volkswirtschaft  mit  ihrer  verschiedenen  Beteiligung  der
Einzelwirtschaften  an  dem  Produktions-  und  Verteilungsvorgang
verhindert,  sondern  auch  vor  allem  der  Mangel  an  Gütern,  wie  er
anfänglich  bei  dieser  Ware  leicht,  bei  jener  empfindlich,  dann  bei
einem  größeren  Kreis  von  Waren  und  endlich  fast  allgemein  aufgetreten ­
  ist.  Dieser  Mangel  an  Gütern  ließ  einfach  die  bis  dahin
übliche  Mengenverteilung  auf  die  Einzelwirtschaften  nicht  mehr  zu.
Nur  eine  gleichmäßige  Verkürzung  der  zu  beziehenden  Mengen
hätte  einer  Preissteigerung  Vorbeugen  können,  wenn  sie  organisatorisch ­
  durchführbar  gewesen  wäre.  Die  Kriegswirtschaft  hat
den  Beweis  geliefert,  daß  eine  solche  obrigkeitliche  Verteilung  der
Güter,  insbesondere  wenn  sie  nur  knapp  auf  das  Existenzminimum
eingestellt  ist,  nicht  durchführbar  ist.  Allerdings  haben  die  ungleichmäßig ­
  verteilten  hohen  Kriegseinkommen  die  Durchbrechung
der  obrigkeitlichen  Verteilung  durch  den  Schleichhandel  begünstigt. ­
  Und  doch  ist  diese  Betrachtung  nicht  ganz  überflüssig:
gar  mancher  übersieht,  daß  die  deutsche  Volkswirtschaft  im
ganzen  an  Gütern  ärmer  geworden  ist.  Auf  die  einzelne  Wirt-
            
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