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Finanzielle Maßnahmen zum Abbau der Preise.
gearbeitet haben und nun vom Ertrage ihrer Arbeit leben müssen,
die dauernde Geldentwertung in den Kauf nehmen müßten, während
andere Personen durch die Erhöhung ihrer Einkommen auf dem
Wege der Teuerungszulagen oder Erhöhung der Verkaufspreise
entschädigt werden. Vgl. jedoch Abschnitt V.
So bleibt zunächst: wünschenswert ist eine Herabsetzung der
hohen Preise. Wie weit die Senkung zweckmäßig zu gehen habe,
ist besser zu erörtern, wenn festgestellt ist, ob sie — durch finanzielle
Mittel — überhaupt zu erreichen ist.
II. Maßnahmen den Zahlungsmittelumlauf betreffend.
1. Die Vorschläge, die vom Zahlungsmittelumlauf ausgehen,
sind besonders zahlreich. „Heraus aus der Papiergeldwirtschaft“
ist das Schlagwort unserer Zeit geworden. „Die Preise können
nur auf ein erträgliches Maß zurückgehen, wenn nicht mehr so viel
Papiergeld im Umlauf ist“ — ein Satz, der nicht nur als land
läufige Meinung Geltung hat, sondern auch in der wissenschaft
lichen Literatur vielfach vertreten wird 1 ). Brentano fordert, um
den Preisrückgang einzuleiten, eine größere Ausbreitung und Ver
tiefung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs, damit die Note durch
denScheck und die Girozahlung ersetzt werde 2 ). Wie durch eine
solche Maßnahme eine Senkung der Preise herbeigeführt werden
soll, ist nicht ersichtlich. Denn dadurch, daß ich statt einer Note
in der Hand über ein Guthaben verfüge und mit dem Guthaben
kaufend auf treten kann, ist in meinem Verhältnis zu den Preisen
*) Auch L a n s'b u r g h spricht davon, daß die Inflation durch Zurückschrau
bung des Umlaufs von Zahlungsmitteln auf seine natürlichen Verkehrsbeziehungen
beseitigt werde.... Der Preisrückgang stellt sich von selbst ein, wenn man die
umlaufende Notenmenge verringert. Denn die Noten sind Kaufkraft, die dann
fehlt. . . . Vgl. hierzu die Bemerkungen Heyns im Weltwirtschaftlichen
Archiv vom 1. April 1919, die sich wesentlich mit den im Text vertretenen An
sichten decken.
2 ) In einem Überblick über das einjährige Bestehen der Abteilung der
Reichsbank für bargeldlosen Zahlungsverkehr führt der Leiter derselben:
Dr. H. Schippel in einem Aufsatz: WährungsWiederherstellung und bargeld
loser Zahlungsverkehr unterm 2. Mai 1919 in der D. A. Z. Nr. 210 u. a. fol
gendes aus: Da die Mehrzahl der Maßnahmen zur Herbeiführung des Ge
sundungsprozesses Zeit erfordern, erscheint die einen verhältnismäßig schnellen
Erfolg entsprechende Veredelung der Zahlungssitten besonders zweckmäßig:
Die Annahme, daß die Erhöhung der Giroguthaben, die mit einer Ein
schränkung des Papiergeldumlaufs notwendigerweise eintritt, ähnlich inflatorisch
wirke wie die Erhöhung des Notenumlaufs, entbehrt in dieser absoluten Form
bisher der wissenschaftlichen Grundlage . . .