Full text: L'évolution industrielle de la Belgique

für die einzelnen Staatsbetriebe im Gesamtetat deutlich ausgewiesen werden. Die Feststellung des Zuschuß- 
bedarfes hat überall da, wo eine etatmäßige Absonderung der einzelnen Betriebe und insbesondere ihrer 
Einnahmen nicht erfolgt ist, zum Teile unüberwindliche Schwierigkeiten bereitet. 
Wo die Ermittlung des Zuschußbedarfes nach dem verfügbaren Material möglich war, sind nicht etat- 
technische, sondern wirtschaftliche Gesichtspunkte maßgebend gewesen, d. h. es wurden als Ausgaben der 
staatlichen Erwerbsbetriebe auch diejenigen Posten angesehen, die an anderen Stellen des Etats auf- 
geführt waren (z. B. Verzinsung von »produktiven« Anleihen in dem Etat der Finanzverwaltung), für die 
aber tatsächlich der betreffende Staatsbetrieb zu belasten ist. 
Die vom Staate für Zwecke der staatlichen Erwerbsbetriebe aufgenommenen Anleihen werden in den 
Etats häufig nicht oder nur zum Teile deutlich als Anleihen für Eisenbahnen, Post usw. bezeichnet. Über- 
all da, wo derartige Ungenauigkeiten vorlagen, war es schwierig, die Ausgaben für die Verzinsung und 
Tilgung solcher Anleihen von den übrigen in dem Kapitel »Finanzverwaltung« behandelten Posten abzu- 
sondern und sie als Ausgaben der staatlichen Erwerbsbetriebe in dem dargestellten Sinne zu behandeln. 
Besonders offensichtlich wirkt sich diese Schwierigkeit in Belgien aus, wo beispielsweise die gesamten 
außerordentlichen, durch Anleihen gedeckten Ausgaben für die Eisenbahn 2 404,2 Millionen fr. betragen?), 
wo aber nach den Angaben der Etats an Ausgaben für Verzinsung und Tilgung von Eisenbahnanleihen 
nur ein Betrag für 1913 von 24,3, für 1925 von 16,3 Millionen fr. ausgesondert werden konnte. Infolge- 
dessen müssen die hier verarbeiteten Etatzahlen unvollständig sein. Aller Wahrscheinlichkeit nach sind 
also in der Gesamtübersicht der staatlichen Erwerbsbetriebe (S. 397) die Ausgaben für die Verzinsung der 
Anleihen?) zu niedrig angegeben, so daß vor dem Kriege der Überschuß der belgischen Eisenbahn wahr- 
scheinlich zu groß, nach dem Kriege der Zuschußbedarf zu gering erscheint. Andrerseits sind Ausgaben 
für die Verzinsung der Eisenbahnschuld in dem Kapitel »Finanzverwaltung« (S. 214 ff.) enthalten, so daß 
die dort erscheinenden Ausgaben entsprechend zu hoch sind. 
Die Investierungen der staatlichen Erwerbsbetriebe wurden bei der Gegenüberstellung der Einnahmen 
und Ausgaben nicht berücksichtigt, da sie ja wirtschaftlich eine ganz andere Bedeutung haben als die eigent- 
lichen Betriebsausgaben. Sie werden in der vorstehenden Übersicht besonders vermerkt (vgl. oben Ersten 
Teil, Zweites Kapitel, Seite 27 {l.): 
Es kann demnach der Fall eintreten, daß Staatsbetriebe, die nach ihrem Sonderbudget, das auch In- 
vestierungen umfaßt, mit Verlust abschließen, in der vorstehenden Übersicht einen Überschuß aufweisen, 
während umgekehrt in Fällen, wo außerhalb der Sonderetats Ausgaben für staatliche Erwerbsbetriebe 
auftreten, ein in dem Sonderetat ausgewiesener Überschuß unter Einbeziehung dieser Ausgaben sich in 
ein Defizit verwandelt. 
In den Budgets wird kaum ein anderes Gebiet so uneinheitlich und so undurchsichtig behandelt wie die 
Finanzgebarung der Erwerbsbetriebe. 
IL. Großbritannien. 
Der wichtigste staatliche Erwerbsbetrieb Großbritanniens ist die Post-, Telegraphen- und 
Telephonverwaltung, die sowohl vor als auch nach dem Kriege Betriebsüberschüsse erzielte. Ein 
Bild über ihre finanzielle Bedeutung gewinnt man aus folgender Übersicht: 
Jahresergebnisse nach Berücksichtigung der Kapitalzinsen ?) 
(+ Überschuß, — Fehlbetrag) 
Post Telegraph Telephon Zusammen 
in 1000 £ 
1912/18 ri 5553 — 1175 + 303 + 4681 
19 er 6170 — 1.212 + 239 + 5200 
191er ET 48808 =— 41.233 — + 3544 
19568 a 6005 — 520 — 118 + 5367 
a + 6519 — 8530 R 202 + 6191 
PAS + 6848 — 2556 355 + 6647 
SO rk er FT 3169 —- 685 N. 36 + 7448| 
1919/2080... 100400004 — 3470 — 2636 — 1962 — 4428 
20 + 1714 — 3729| — 4722 — 6737 
1921/22 .........0.,, + 2331 — 3032 — 559 — 1260 
1922/23... 00... + 5208 — 1697, + 939 + 4450 
1928/24 + 4965 — 1271 + 1597 + 5291 
WE 46612 — 1.646 +__.463 A-5429 
*) Vgl. die Ausführungen im belgischen Länderbericht S. 83 {ff 
*) Im wesentlichen Spalte »Ausgaben aus den Etats anderer Verwaltungsstellen« 
*) The Economist, Budget Supplement, vom 17. April 1926. 
398
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.