Metadata : Die Kaufkraft des Geldes

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XIII.  Kapitel.

wie  in  deren  Geschwindigkeit  eine  Erhöhung  herbeiführen.  Bei  der  Betrachtung ­
  geschichtlicher  Tatsachen  haben  wir  gesehen,  daß  eine  zunehmende
Bevölkerungsdichte  eine  Zunahme  in  allen  fünf  Faktoren  bewirkt.
4.  Während  der  Übergangsperioden  finden  in  allen  sechs  Größen  gewisse
zeitweilige  Störungen  und  Schwankungen  statt,  die  in  Krisen  und  Depressionen ­
  ihren  höchsten  Grad  erreichen.  Unter  normalen  Verhältnissen
ist  das  Preisniveau  in  der  Verkehrsgleichung  Wirkung  und  nicht  Ursache,
doch  üben  seine  Schwankungen  während  solcher  Übergangsperioden  zeitweilig ­
  auf  die  anderen  fünf  Faktoren  und  besonders  auf  die  Depositen  eine
Gegenwirkung  aus.  Ein  Steigen  erzeugt  daher  zeitweilig  ein  weiteres  Steigen,
während  ein  Fallen  zeitweise  in  der  entgegengesetzten  Richtung  wirkt.
Das  Preisniveau  ist  also  das  Resultat  der  erwähnten  fünf  großen  Ursachen, ­
  das  sich  unter  normalen  Umständen  direkt  mit  der  Quantität  des
Geldes  verändert  (und  mit  den  Depositen,  die  unter  normalen  Verhältnissen ­
  mit  der  Geldquantität  übereinstimmend  variieren),  vorausgesetzt,
daß  die  Umlaufsgeschwindigkeiten  und  das  Handelsvolumen  unverändert
bleiben  und  daß  sich  das  Depositenbankwesen  in  einem  Entwicklungsstadium ­
  befindet.  Dies  ist  eines  der  Haupttheoreme  in  bezug  auf  das  Preisniveau ­
  oder  dessen  reziproken  Wert,  die  Kaufkraft  des  Geldes.  Es  konstituiert ­
  die  sogenannte  Quantitätstheorie  des  Geldes.  Das  qualifizierende
Adverb  „unter  normalen  Umständen“  ist  deshalb  in  der  Formulierung  eingeschaltet, ­
  damit  den  Übergangsperioden  oder  den  Kreditzyklen  Rechnung
getragen  wird.  Tatsächlich  stellt  dieser  Lehrsatz  eine  präzise  gesetzmäßige
Proportionalität  dar,  das  in  der  Wissenschaft  der  Nationalökonomie  ebenso
korrekt  und  grundlegend  ist,  wie  in  der  Physik  das  Proportionsgesetz  zwischen
dem  Druck  und  der  Dichte  von  Gasen  unter  der  Annahme,  daß  die  Temperatur
unverändert  bleibt.  Allerdings  ist  es  richtig,  daß  die  Geschwindigkeiten  und
der  Handel  in  der  Praxis  selten  unverändert  bleiben,  wie  es  ja  auch  selten
vorkommt,  daß  die  Temperatur  unverändert  bleibt.  Aber  was  auch  immer
mit  den  in  Frage  kommenden  Elementen  geschehen  möge,  die  in  der  Quantitätstheorie ­
  vertretene  Tendenz  bewahrheitet  sich  genau  so,  wie  sich  die
Tendenz,  die  in  der  Dichtigkeitstheorie  vertreten  wird,  bewahrheitet,  ohne
Rücksicht  darauf,  wie  sich  die  Temperatur  auch  immer  gestaltet.  Nur
wer  die  wirkliche  Bedeutung  eines  wissenschaftlichen  Gesetzes  nicht  erfaßt,
ist  außerstande,  die  Wichtigkeit  und  Bedeutung  des  Quantitätsgesetzes  des
Geldes  zu  erkennen.  Unter  einem  wissenschaftlichen  Gesetze  ist  nicht  eine
auf  Statistiken  oder  geschichtliche  Tatsachen  gegründete  Formulierung  zu
verstehen,  sondern  eine  Formulierung  dessen,  was  sich  unter  gegebenen
Bedingungen  bewährt.  Statistiken  und  geschichtüche  Tatsachen  können
            
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