Full text: Amerikas internationale Kapitalwanderungen

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Darlehnsschulden der Alliierten. in Millionen Dollar: 
1. Dezember 1919 1. Dezember 1920 
4277 4197 
3048 2956 
343 349 
55 60 
48 10 
1620 1631 
25 28 
187 187 
27 26 
9630 9439 
Frankreich 
England 
Belgien. 
Tschechoslowakei 
Griechenland 
[talien 
Rumänien 
Rußland 
Serbien 
Die vom Kongreß als Maximum festgesetzte Summe 
von zehn Milliarden Dollar, die den Alliierten als Darlehen 
yewährt werden durften, war damit erreicht bzw. über- 
schritten, wenn man die Zins- und Zinseszinsen dazu rechnet, 
die von den Alliierten nicht bezahlt, sondern ihrem Konto 
zugeschrieben wurden. 
November 1918 bis Ende 1924 (Dawesanleihe). 
Im November 1918, nach dem Waffenstillstand, gingen 
die in Amerika untergebrachten Kriegsanleihen der Entente 
durch‘ große Verkäufe amerikanischer Kapitalisten dauernd 
zurück. Die englisch-französische Kriegsanleihe sank auf 
93, Dagegen kauften amerikanische Kapitalisten von Ende 
1918 ab große Posten deutscher Stadt- und Kriegsanleihen, 
bis die Bewegung abflaute, als der Kapp-Putsch im März 
1920 Amerika bezüglich der politischen Gesundung Deutsch- 
lands mißtrauisch machte, und die Flut der neuen Emissionen 
deutscher Kommunalanleihen den Glauben der Amerikaner 
an die gute Finanzverwaltung der deutschen Städte er- 
schütterte. Da an der New Yorker Fondsbörse nur Dollar- 
werte gehandelt wurden, kamen die deutschen .‚Städte-?) 
und Kriegsanleihen auf dem Straßenmarkt (curb) zum Um- 
satz. Auch in Chicago, Milwaukee und St. Louis fand. ein 
solcher Handel statt. Nach einer Angabe der New York 
Times sind damals für hundert Millionen Dollar deutsche 
Effekten in Amerika abgesetzt worden. Da die Gesamtaus- 
fuhr von Amerika nach Deutschland vom November 1918 
(Waffenstillstand) bis zum März 1920 (Kapp-Putsch) 147 Mill. 
A 
!) Es handelt sich hauptsächlich um Anleihen der Städte Berlin, 
Essen, Frankfurt a. M., Hamburg, Köln, Leipzig, Mannheim, Stuttgart.
	        
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