32 Aiifangsgründe der Volkswirtschaftslehre.
Der Verkauf. Sehen wir zu, welche Wandlungen die
Verwendung einer Zwischenware in den Austausch hinein
bringen kann. Wer den Gegenstand, den er besitzt, umtauschen
will, der wird nun nicht mehr wie jener afrikanische Reisende,
dessen Abenteuer ich eben erzählt habe, sich auf die Suche nach
jemand begeben, der ihm das, was er wünscht, ablassen kann,
sondern er wird einfach jemand suchen, der diese Zwischenware
besitzt — und das wird nicht schwer sein — und dann wird er
sein Besitztum gegen diese Ware, das Gold, umtauschen:
das heißt dann der Verkauf.
Wenn er nun im Austausch für die abgetretene Ware
jene Zwischenware, das Gold, bekommen hat, wird er sich nach
dem von ihm gesuchten Gegenstand umsetzn und ihn gegen
das erhaltene Gold eintauschen: das heißt dann der Kauf.
So ist durch Verwendung jener Zwischenware der Tausch
handel in zwei aufeinanderfolgende, aber zusammengehörige
Handlungen zerlegt, den Verkauf und den Kauf.
Indes bleibt noch eine praktische Schwierigkeit zu über
winden: selbst mit dem Geld in der Hand ist es nicht immer
leicht zu kaufen, d. h. das, was man sucht bei jemand zu finden,
der bereit ist es abzugeben, und es ist noch weniger leicht zu
verkaufen, d. h. jemand zu finden, der bereit ist uns Geld zu
geben im Austausch gegen unser Besitztum.
Um als Beispiel einen uns geläufigen Gegenstand zu
nehmen, die Bücher — es würde nicht genügen, eine wohl
gespickte Börse zu haben, um uns das von uns gewünschte
Buch zu verschaffen, wenn es zu dem Zweck keine Buchhändler
gäbe. Und umgekehrt wissen diejenigen, welche Bücher los
werden wollen, daß das nicht leicht ist, selbst wenn es sich um
seltene. Bücher handeln sollte und sie selbst sie teuer bezahlen
müßten, falls die Lage umgekehrt sein sollte.
Damit also der Austausch leicht sei, genügt es nicht, daß eine
Zwischenware erfunden ist, es muß auch eine gesellschaftliche
Klasse geschaffen sein, welche die Aufgabe für die Gesellschaft
hat, die Gegenstände zu sammeln—so kann man etwa sagen—
die ihre Besitzer im Überfluß haben und deren sie sich entledigen
wollen, um sie dann an diejenigen abzugeben, welche diese
Gegenstände brauchen werden. Diese Leute haben wir schon
im vorigen Kapitel getroffen: das sind die Kaufleute. In dem
eben angeführten Beispiel, bei den Büchern, sucht man einen
Buchhändler oder Antiquar auf, d. h. einen Mann, der gerade
mit alten Büchern handelt, der sie denen abkauft, welche sie
loswerden wollen. »