Object: Bremens Warenhandel und seine Stellung in der Weltwirtschaft

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Artikel unter normalen Umständen nicht verlieren wird. Gefähr 
liche Konkurrenz könnte ihm von den Nordseehäfen außer Ham 
burg nur Rotterdam machen, woselbst die Löschung mindestens 
ebensogut erfolgen könnte. Aber durch die Seehafenausnahme 
tarife für Baumwolle sind die deutschen Nordseehäfen während 
der Dauer der Tarife — und daß diese je aufgehoben würden, 
steht nicht zu erwarten — so geschützt, daß sie Rotterdam nicht 
zu fürchten haben. 
Die gegenwärtig geltenden Ansnahmetarife für Baumwolle sind nach Auskunft 
der Eisenbahn für Verladungen nach 
1. Süd- und Mitteldeutschland. Ausnahmetarif S. 14; 
2. Österreich-Ungarn: 
a) Südösterreichisch-ungarisch-deutscher Güterverkehr, A.-T. 25 (Triest, Fiume, 
Pola, Rovigno); 
b) Deutsch-westösterreichisch-ungarischer Seehafenverband, A.-T. 16; 
c) Deutsch-österreichisch-ungarischer Seehafenverband, Verkehr mit Österreich 
und Verkehr mit Ungarn, A.-T. 12; 
3. Schweiz: Norddeutsch-schweizerischer Güterverkehr, Seehafen-A.-T. 13; 
4. Italien: via Chiasso und Pino (Schweiz) und Peri (Österreich) A.-T. 25, 
von dort für die italienische Strecke nach einigen Stationen A.-T. 18; 
5. Belgien: A.-T. 2; 
6. Rußland; A.-T. 3 A und 3 B im Niederländisch-deutsch-russischen Grenz 
verkehr; 
7. Dänemark: A.-T. 6c. 
Nach den Niederlanden findet Baumwollverfrachtung zu einem Vorzugstarif 
nur im indirekten Verkehr statt. Nach Frankreich und Schweden existieren z. Zt. 
keine Ausnahmetarife für Baumwolle. ■* 
Die Ausnahmetarife gelten für Verladung sowohl ab Bremen als auch ab 
Bremerhaven. 
Ernster scheint mir die zunehmende Konkurrenz Triests. 
Die österreichische Regierung tut alles, um diesen Hafenplatz 
mit guten Eisenbahnverbindungen auszustatten und ihm durch 
Tarifermäßigungen ein möglichst ausgedehntes Hinterland zu er 
obern. Ein Teil der österreichischen Spinnereibezirke, die Schweiz, 
Südbayern dürften Bremen unter diesen Umständen demnächst 
verloren gehen, selbst wenn man das Vorgehen Österreichs 
deutscherseits mit Tarifänderungen beantworten würde. Tatsäch 
lich ist es Triest gelungen, uns einen Teil des österreichischen 
Bedarfs schon jetzt abzufangen. Das Minderergebnis der Saison 
1908/09 so ^ darauf zurückzuführen sein. 
Aber abgesehen von diesem mehr tarifarisch auszufechtenden 
Wettstreit der Häfen scheint es mir angebracht auf eine andere 
dunkle Wolke hinzuweisen, die möglicherweise der Suprematie 
Bremens im Baumwollhandel gefährlich werden kann.
	        
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