Full text: Die Theorie der Volkswirtschaft

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Die Ursache dieses Handels zwischen den entfernten Gegenden 
war der Unterschied in ihrem natürlichen Reichtum. Es wurden 
eben Gegenstände gegeneinander ausgetauscht, die nur an be 
stimmten Orten gewonnen werden konnten. Aus einigen Ländern 
wurden Metalle, aus anderen Pelze, aus den tropischen Gegenden 
tropische Früchte eingeführt. 
Dagegen führt die Entstehung und Ausbildung des Hand 
werks zur Entwicklung des Tausch Verkehrs auch innerhalb 
der Wirtschaftsorganisation. Gewisse Gewerbe scheiden schon 
in der Gemeindewirtschaft aus dem Hauswerk aus; der größte 
Teil der Gewerbe aber erst zur Zeit der Rayonwirtschaft. Sogar 
die Weberei wurde erst im 13. Jahrhundert handwerksmäßig be 
trieben.*) 
Mit der Entwicklung des Handwerks bildeten die sozialen Ver 
hältnisse ein immer wichtigeres Moment für die Entwicklung 
der Produktivkraft. Die Zunahme der Handwerkerzahl, die Ar 
beitsspezialisierung usw. schaffen jetzt die Bedingungen für den 
Verkehr. 
Zur Zeit der Gemeindewirtschaft fand der Verkehr nur perio 
disch statt. ,,Die fränkische Zeit kennt nur vorüber 
gehende Märkte. Alle Märkte der fränkischen Zeit werden 
(unter dem rechtlichen Gesichtspunkt) auf dem platten Lande 
abgehalten. Der Markt bei Paris kommt und geht geradeso wie 
der Markt bei irgend welchem Dorfe. Aus diesem Grunde gibt es 
in der fränkischen Zeit keine Städte im Rechtssinn. Die Stadt 
gemeinde ist rechtlich von der Dorfgemeinde noch nicht unter 
scheidbar. Es gibt nur Landrecht, kein Stadtrecht.“ **) 
Bei der Entstehung der Rayonwirtschaft „schuf sich jede 
Stadt mit ihrer Ausbildung einen mehr oder weniger weiten 
Wirtschaftskreis, innerhalb dessen sie für die Richtung 
*) G. Schmoller, Die Straßburger Tücher- und Weberzunft, Straß 
burg 1879, S. 359. Noch zur Zeit Karls des Großen war die Weberei 
ein Haushandwerk. „Die Töchter Karls des Großen saßen am Spinn 
rocken und wirkten wollenes Gewand nach alter Sitte“ (Lamprecht, 
Deutsche Geschichte, Bd. II, Buch 5, S. 53). 
••) Rud. Sohm, Die Entstehung des deutschen Städtewesens, 1890, 
S. 18.
	        
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