Full text: Die Textilindustrie sämtlicher Staaten

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Japan. Textilindustrie. 
Die Textilindustrie Japans; ihre Ein- und Ausfuhr. 
Uber diese gibt ein Bericht des k. u. k. Generalkonsulats in Yokohama über 
das Jahr 1911 folgende ausführliche Anhaltspunkte. 
Nach halbamtlichen Zusammenstellungen gibt es in Japan folgende Textil 
fabriken : 
30 Baumwollspinnereien mit 118,5 Mill. Mark Kapital 
135 Baumwollwebereien 
9,o „ 
„ 
„ 
7 Wollspinnereien 
„ 
10 Wollwebereien 
„ 
„ 
315 Seidenspinnereien 
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„ 
71 Seidenwebereien 
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cq 
cd 
„ 
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17 Wirkwarenfabriken 
.... „ 1,2 „ 
„ 
„ 
70 Färbereien 
5,5 „ 
„ 
„ 
21 Seilereien 
3,3 „ 
„ 
Baumwollspinnereien und -Webereien. In Japan gibt es 30 Spinnereigesellschaften 
mit 137 Fabriken, einem nominellen Kapital von 184,9 Mill. Mark, einem ein 
gezahlten Kapital von 133,0 Mill. Mark und Reservefonds von 51,1 Mill. Mark. 
Die Spinnereien hatten 2 111 856 Ringspindeln, 53480 Mulespindeln für Zwirn 
und 18736 Webstühle. Die Industrie beschäftigt täglich 17969 männliche und 
76018 weibliche Arbeiter gegen durchschnittliche Tagelöhne von 92 und 
58 Pfennige. Die Dividenden der Spinnereien schwankten zwischen 6 und 
30 Prozent. 
Der Import von Baumwollgarnen, einst ein großer Artikel, ist von dem 
billigen japanischen Garn allmählich verdrängt, auf geringe Ziffern gesunken, 
und die erhöhte Einfuhr cles Jahres 1911 vermag über die Richtung dieser Ent 
wickelung nicht zu täuschen. Auch gebleichte und ungebleichte Schirtings von 
billiger Qualität und grobem Garn sind dem japanischen Wettbewerb nicht 
gewachsen und gehen in der Einfuhr ständig zurück, wenn auch in langsamerem 
Tempo. In besseren Sorten behauptet sich aber die fremde Ware. Flanelle 
aller Art werden von den Japanern viel getragen, und der Bedarf daran wird 
jährlich stärker. Baumwollflanelle werden in Wakayama, Osaka und Kioto 
hergestellt. Ihre Produktion belief sich im Jahre 1909 für ganz Japan bereits 
auf 36667361 Meter im Werte von 38,3 Mill. Mark, wogegen sich die Einfuhr 
ziffern bescheiden ausnehmen. Doch herrscht nach gewissen fremden Flanellen 
noch gute Nachfrage. Im allgemeinen läßt sich sagen, daß 93 Prozent aller ein 
heimischen japanischen Baumwollfabrikate aus groben Garnen hergestellt sind 
und in ganz Ostasien alljährlich weitere Verbreitung finden. Dagegen kommt 
die japanische Industrie in feinen Baumwollfabrikaten nicht recht vorwärts, weil 
es ihr an einem genügend großen Absatz fehlt. Die hauptsächlich hergestellten 
Garnnummern sind Nr. 16 und 20.
	        
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