Full text : Die Berliner Arbeiterbewegung von 1890 bis 1905

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F.  Kubat.  Fr.  Lehmann.  K.  Lenzner.  W.  Liebknecht.  F.  Lietzke
Sb.  Mattutat.  Th.  Mehner.  R.  Millarg.  I.  Otto.  L.  Pakuscher.
M.  Peger.  W.  Pfannkuch.  I.  Psarr.  S>.  Pötzsch.  N.  Schermig.
R.  Schmidt.  B.  Schneider.  Jul.  Schneider.  C.  Scholz.  W.  Schröder.
P.  Singer.  I.  Timm.  R.  Tschentscher.  F.  Waschowsky.  Rob.  Wenzels.
Sb.  Werner.  W.  Winkelmann.  S>.  Wörner.  L.  Zaake.  F.  Zubeil.
Der  Andrang  zu  den  angekündigten  Versammlungen  war  ein  ungeheurer, ­
  keines  der  Lokale  konnte  die  Masse  der  Besucher  fassen,  die
Einlaß  verlangten.  And  überall  herrschte  die  gleiche  Stimmung.  Am
Morgen  hatten  die  Zeitungen  eine  neue  Erklärung  der  Ringbrauereien
gebracht,  worin  diese  sich  dagegen  verwahrten,  daß  es  sich  bei  ihnen  um
einen  von  langer  Land  geführten  Streich  handle,  sie  seien  im  Gegenteil
durch  das  Vorgehen  ihrer  Arbeiter  überrascht  worden.  Dies  und  daß  sie
in  Notwehr  sich  befänden,  wird  in  längerer  Auseinandersetzung  nachzuweisen ­
  versucht  und  schließlich  erklärt,  die  Brauereien  hätten  niemals
beabsichtigt,  die  entlassenen  Arbeiter  dauernd  auszusperren,  seien  vielmehr
bereit,  sie,  soweit  der  derzeitige  Betrieb  es  gestatte,  am  24.  Mai  wiedereinzustellen, ­
  wenn  bis  dahin  der  Boykott  wieder  aufgehoben  sei.  Die
Anterzeichner  des  Aufrufs  hätten  es  also  selbst  in  der  Land,  die  von  ihnen
beklagte  Schädigung  von  400—500  Arbeitern  wieder  rückgängig  zu  machen
oder  die  Verantwortung  für  die  weiteren  Folgen  auf  sich  zu  nehmen.  Das
klang  nun  halb  und  halb  wie  ein  Rückzug,  konnte  aber  gerade  deshalb
den  schon  die  Gemüter  beherrschenden  Eindruck  nicht  mehr  abschwächen.
Im  Gegenteil.  Man  hörte  aus  ihm  nur  die  Stimme  des  schlechten  Gewissens ­
  und  —  der  Furcht  heraus,  so  daß  die  Geister  um  so  mehr  auf
Kampf  gestimmt  wurden.  In  den  Versammlungen  referierten  Auer,  Bebel,
Lerm.  Faber,  Rich.  Fischer,  W.  Pfannkuch,  Rob.  Schmidt,  A.  Täterow,
I.  Timm  und  Fr.  Zubeil,  und  jeder  Satz  in  ihren  Reden,  der  von  Kamps
sprach,  ward  stürmisch  bejubelt.  Einstimmig  und  mit  größter  Begeisterung
wurde  überall  die  vorher  ausgearbeitete  Resolution  angenommen,  laut  der
die  Versammelten  den  Vorschlag  des  im  „Vorwärts"  veröffentlichten  Aufrufs
hinsichtlich  des  Boykotts  und  der  Zusammensetzung  der  Boykotckommission
zum  Beschluß  erhoben,  die  Sache  der  ausgesperrten  Brauereiarbeiter  zu
der  ihrigen  machten,  diese  und  die  im  Ausstand  befindlichen  Böttcher  in
jeder  Linsicht  materiell  und  moralisch  zu  unterstützen  sich  verpflichteten  und
ihnen  im  Kampf  für  ihre  Forderungen  kräftig  beizustehen  versprachen,  die
so  formuliert  wurden:
1.  Wiedereinstellung  der  gemaßregelten  Arbeiter  in  ihre  alten  Posten.
2.  Aufrechterhaltung  und  Anerkennung  der  bestehenden  Brauereiarbeiter,
organisationen.
3.  Anerkennung  des  Arbeitsnachweises.
4.  Lohnentschädigung  für  die  ausgesperrten  und  gemaßregelten  Arbeiter.
5.  Anerkennung  und  Freigabe  des  1.  Mai  als  Ruhetag.
Der  „Vorwärts"  aber  behandelte  am  19.  Mai  in  einem  Leitartikel,
der  überschrieben  war  „And  da  wollt'  er  wieder  runter,  und  da  konnt'  er
aber  nicht",  die  Ringbrauereien  schon  als  die  Lalbgeschlagenen.  Die  Anterzeichner
  des  Auftufs  und  mit  ihnen  die  gesamten  Berliner  Arbeiter,  schrieb
er  in  Antlvort  auf  die  Erklärung  der  Ringbrauereien,  „müßten  große  Esel
sein,  wenn  sie  die  Brauereiprotzen,  die  gestern  noch  auf  stolzen  Rossen
            
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