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Hauptsache hatte sic die Macht- und Willensprobe selbst abzulegen, und
sie hat sie mit Ehren bestanden. Sie hat die Gegner genötigt, ihr einen
Frieden anzubieten, der ein Salutieren vor dieser Macht bedeutete. Denn
was auch das Geschick eines geschulten Sozialpolitikers und die kluge
Diplomatie eines weitblickenden Unternehmers zu dem Friedensschluß vom
23. Dezember 1894 beigetragen hatten, sie hätten der Mehrheit der
Ringbrauer nicht die Zustimmung zu ihm abgerungen, wenn diesen nicht
die Willenskraft und die wirtschaftliche Bedeutung der Arbeiterklasse in so
nachdrücklicher Weise fühlbar gemacht worden wäre.
Es liegt im Wesen der wirtschaftlichen Kämpfe unserer Zeit, daß sie,
was sonst ein Widerspruch wäre, eine Stärkung beider kriegführenden Mächte
zum Resultat haben können. Auch die Brauereien gingen stärker aus dem
Kampf hervor, als sie in ihn eingetreten waren. Eine anfangs noch ziemlich
lose Verbindung hatte nun erst wirklich sich als fester „Ring" betätigt.
Für die ihm angehörenden Brauereien war die Zeit dahin, wo man sie
einzeln vornehmen und ihnen die Bedingungen diktieren konnte. Zunächst
waren im Gegenteil die Organisationen der Brauereiarbeiter die Schwächeren.
Die Zahl der organisierten Brauer war von etwa 1000 auf 450, die der
Brauereihilfsarbeiter von 700 auf 320 gesunken. Mit den Berufsorganisationen
der Arbeiter allein, die obendrein unter sich noch gespalten
waren, wäre der Brauereiring spielend fertig geworden. Die Zugeständnisse,
die er ihnen machte, waren von der Gesamtarbeiterschaft Berlins für sie
errungen worden. Das sahen die Verständigen unter ihnen schließlich ein
und ließen es sich nun angelegen sein, das Errungene nutzbar zu machen.
Die nächsten Jahre sahen wohl noch Einzelkämpfe mit verschiedenen der
ringfreien Brauereien, Streitigkeiten mit Brauereien aber, die dem Ring
angehörten, wurden von Organisation zu Organisation verhandelt und
entschieden. Der Guerillakrieg hatte in dieser Industrie seine Rolle
ausgespielt.
Das war das Fazit des großen Bierboykotts von 1894.