Full text : Die Berliner Arbeiterbewegung von 1890 bis 1905

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Vreis  20  Pfennig

Sozialdemokratische  Agitations-Bibliothek
Zeitbilder  aus  dem  KlaTsenstaat
II.
Der  Zukunstsstaat
der  Junker
Mameuffeleien  gegen  die  Sozialdemokratie  im
preußischen  Herrenhaus  am  I  I  und  lZ.Mai  1904

Dem  Reichstag  des
Jahres  1905  lagen  die  ersten
Handelsverträge  vor,die
auf  Grund  des  neuen  Zolltarifs ­
  abgeschlossen  waren,
nämlich  mit  Österreich,  Rußland, ­
  Italien,  Rumänien,
Serbien  und  der  Schweiz.
Wie  zu  erwarten  war,
brachten  sie  sehr  erheblich
verschlechterte  Bedingungen
für  die  deutschen  Exportindustrien,und ­
  zwar  eben  weil
ihnen  die  höheren  Mindestzölle ­
  des  Tarifs  auf  Getreide, ­
  Vieh  usw.  zugrunde
lagen.  Damit  verstand  es
sich  für  die  Sozialdemokratie
von  selbst,  daß  sie  abzulehnen ­
  waren,  und  demgemäß ­
  hat  die  Fraktion
denn  auch  in  der  von  ihr  beantragten ­
  namentlichen  Abstimmung ­
  gestimmt.  Unser
summarischer  Überblick  über
die  politische  Entwickelung
Deutschlands  und  den  allgemeinen ­
  Gang  seiner  sozialdemokratischen ­
  Bewegung  in
den  fünfzehn  Jahren,  die
uns  beschäftigen,  wäre  damit ­
  zu  Ende.  Ein  Punkt
sei  indes  noch  hervorgehoben.
Während  der  hier  behandelten  Epoche  beschäftigten  wiederholt  Prozesse
die  öffentliche  Meinung,  die  tiefen  Einblick  in  die  sozialen  Zustände  gewährten
und  außer  in  der  sozialdemokratischen  Presse  auch  im  Reichstage  und  je
nachdem  auch  in  den  städtischen  Vertretungen  von  der  Sozialdemokratie
beleuchtet  wurden.  Hierher  gehört  aus  dem  Jahre  1891  der  gegen  den
Zuhälter  Äeinze  und  seine  Frau,  eine  Prostituierte,  wegen  Mordes  geführte
Prozeß,  der  allerhand  Greuel  des  Zuhältertums  und  der  Prostitution  ans
Licht  zog  und  in  Wilhelm  II.  den  Wunsch  erweckte,  dem  Übel  mit  Strafgesetzen ­
  und  Polizcimaßnahmcn  zu  Leibe  zu  gehen;  welchem  Wunsch  verschiedene ­
  verunglückte  Vorlagen  an  den  Reichstag  und  schließlich  die  farblose ­
  Lex  Heinze  von  1900  ihr  Entstehen  verdankten.  Ferner  der  Prozeß
gegen  den  Bankier  Sternberg  wegen  geschlechtlichen  Mißbrauchs  von
Kindern,  der  Spielerprozeß  der  Harmlosen  und  ähnliche  Sitten-  oder  rlnsittenprozesse
  mehr.  Dann  eine  Reihe  großer  Betrugsprozesse,  wie  er
Prozeß  gegen  den  Bochumer  Großindustriellen  Baare  wegen  Lieser  j
von  „geflickten"  Schienen  an  den  Staat  und  seine  Parodie,  er  p

Mit  Einleitung  und  Anmerkungen  von  Kurt  6«ancr
3.  unveränderle  Auflage

Berlin  1904
Verlag:  Expedition  der  Buchs-  g  n  dl  tut  g  Vorwärts
(Th.  Glocke  in  Berlin)

31.  Titelblatt  einer  Agitationsbroschüre
Verlag  der  Buchhandlung  Vorwärts
            
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