Zwangsvrganisationen.
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wie sie dieselben repartierten, war ihre Angelegenheit. Von frei
willigen Ehrenämtern, wie sie die Republik gekannt hatte, war
nicht mehr die Rede, die leitenden Gemeindeämter in den einzelnen
Städten wurden erblich, auch hafteten die Inhaber für das Steuer
ergebnis. Sogar die marktmäßigen Vorgänge waren nun erzwungene
Pflichten, man war Kaufmann und Handwerker, ähnlich wie man
heute eine Zeitlang Soldat ist, es wurde jedem zum Bewußtsein
gebracht, was heute nur theoretisch formuliert zu werden pflegt,
daß alle die, welche produzieren und Handel treiben, Ämter im
Dienste der Gesamtheit versehen. Die Abschließung der Stände
voneinander nahm überhand. Alles suchte diesen Forderungen zu
entgehen, was nur durch die schärfsten Zwangsmittel verhindert
werden konnte. Die folgenden Jahrhunderte scheinen an diesen
Bestimmungen festgehalten zu haben, dann dürften die Vereini
gungen bei der allgemeinen Auflösung der Wirtschaftsordnung
allmählich von geringerer Bedeutung geworden sein, obzwar sie
immer wieder gelegentlich erwähnt werden. Die Zünfte des Mittel
alters lernen wir erst wieder in einer weit späteren Zeit kennen.
Wenn sich zwischen ihnen und jenen Korporationen der Antike
auch manche Verwandtschaft nachweisen läßt, so braucht das noch
nicht auf einen Zusammenhang zu deuten, da ja ähnliche Institu
tionen sogar durch ganz verschiedene Ursachen entstanden sein
können und dazu nicht einmal ähnliche nötig sind. Durch die
zwangmäßige Organisation waren viele Korporationen gewisser
maßen verstaatlicht worden. Daneben erweiterte aber auch der
Staat selbst den Kreis seiner Unternehmungen, indem er fiska
lische Fabriken errichtete, die er teils mit Sklaven, teils mit
freien Arbeitern, die zum Teil dazu gezwungen wurden, betrieb.
Die Stellung zum Erwerbsleben änderte sich für jene
Kreise nicht, in denen man sich, an die alten Traditionen an
knüpfend, mit den sieben freien Künsten beschäftigte; man ver
achtete die gemeinen Gewerbe ähnlich, wie man es vorher tat und
heute tut. Es erscheint einem Dio v. Prusa z. B. selbstverständlich,
daß sich ein Monarch am Lob freier und edler Männer freue,
nicht aber an dem der Handarbeiter und Handelsleute (Dio v.
Prusa X, 34). Wenn die Bildung in jenen Zeiten auch sehr ver
flachte, so verbreitete sie sich andererseits, und die Lehrer der freien
Künste hatten erhebliche Einnahmen, wenn sie an einer der hohen
Schulen lehrten, die großen Zudrang aufwiesen. Viele der größeren
Städte taten sehr viel, um Fremde herbeizuziehen; so wird berichtet,