Contents : Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Kapitel  III.  Die  Assozialisten.

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Die  Reform  war  in  der  Tat  sehr  einfach.
Für  alle  Hauptzweige  der  Produktion  sollte  schon  jetzt  eine  soziale
Werkstatt  gegründet  werden.  Die  Regierung  hätte  das  notwendige  Kapital
zu  liefern,  das  durch  eine  Anleihe  aufzubringen  wäre.  „Alle  Arbeiter,
die  die  nötigen  moralischen  Garantien  bieten“,  würden,  soweit  es  die  verfügbaren ­
  Mittel  gestatten,  zuzulassen  sein.  Der  Lohn  wäre  für  Alle  gleich.
Dieses  letztere  Prinzip  scheint  uns  heute  nur  deshalb  undurchführbar,
„weil  die  der  jetzigen  Generation  gegebene  Erziehung  falsch  und  antisozial ­
  ist“,  in  der  Zukunft  aber  wird  es  ganz  selbstverständlich  erscheinen,
»da  eine  durchaus  neue  Erziehung  die  Ideen  und  die  Sitten  ändern  soll  .
Man  erkennt  hier  den  allen  Assozialisten  gemeinsamen  Gedanken  eines
neuen  Milieus  wieder,  das  die  gewöhnlichen  Beweggründe  des  Menschengeschlechts ­
  umbilden  soll.  Was  die  Hierarchie  der  Werkstätte  anlangt,
so  wird  sie  auf  der  Wahl  beruhen,  ausgenommen  für  das  erste  Jahr,  in  dem
die  Regierung  beauftragt  ist,  sie  zu  organisieren,  weil  die  Teilhaber  sich
noch  nicht  genügend  kennen,  um  die  Würdigsten  zu  bezeichnen.
Der  Nettogewinn  der  sozialen  Werkstatt  wird  jedes  Jahr  in  drei
Teile  geteilt:  der  eine  wird  unter  die  Mitglieder  der  Genossenschaft  zu
gleichen  Teilen  als  Lohnzuschlag  verteilt;  der  zweite  ist  zum  Unterhalt
der  Alten,  Kranken  und  Gebrechlichen  bestimmt,  und  „zur  Erleichterung
der  Krisen,  die  auf  anderen  Industrien  lasten“;  der  dritte  endlich  soll
denen,  die  an  der  Genossenschaft  teilnehmen  wollen,  Arbeitsinstrumente
üefern,  in  der  Weise,  daß  die  Genossenschaft  sich  ohne  jede  Begrenzung
vergrößern  kann“.  Es  ist  dies  das  beständige  und  unveränderliche  Kapital,
das  wir  schon  bei  Buches  gesehen  haben.
Soll  nun  das  Kapital,  das  zur  Bildung  dieser  Genossenschaften  verwendet ­
  worden  ist,  keine  Zinsen  tragen  ?  Aber  sicherlich,  und  diese  Zinsen
werden  sogar  durch  Einstellung  in  den  Staatshaushalt  garantiert.  Mir
dürfen  aber  hieraus  noch  nicht  schließen,  daß  Louis  Blanc,  wie  Fourier,
diese  Entschädigung  als  gerechtfertigt  ansah.  Er  wird  zu  sehr  vom  Saint-Simonismus
  beherrscht,  um  das  jemals  zuzugeben.  In  der  Zukunft  werden
die  Zinsen  verschwinden,  —  ohne  daß  jedoch  Louis  Blanc  sich  darüber
ausläßt,  wie  das  geschehen  soll.  Für  den  Augenblick  müssen  sie  aber
oeibehalten  werden,  um  den  Übergang  zu  erleichtern.  Man  darf  nicht
,,mit  wilder  Ungeduld  Existenzen  erschüttern,  sogar  wenn  sie  auf  die
ißbräuche  gegründet  sind,  die  man  abzuschaffen  sucht  (S.  172).  Übrigens
Werden  die  gezahlten  Zinsen,  wie  die  Löhne,  als  ein  Teil  der  Produktionskosten ­
  betrachtet.  Was  den  Nettogewinn  anbelangt,  so  haben  die
apitalisten  daran  teil,  aber  nur  soweit  sie  arbeiten.
Zusammenfassend  sieht  man  also,  daß  der  einzige  Unterschied  zwischen
J er  sozialen  und  der  heutigen  Werkstatt,  abgesehen  von  ihrer  mehr  demokratischen ­
  Organisation,  der  ist,  daß  der  Gewinn  des  Unternehmers  (im
            
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