Full text : David Ricardo und die Grenzwerttheorie

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Damit  es  überhaupt  zu  diesen  wirtschaftlichen
Werten  und  Urteilen  kommt,  bedarf  es  eines  Anstoßes,
und  zwar  eines  doppelten  Anstoßes:  eines  Anstoßes  von
innen,  einer  Willensregung,  und  eines  Anstoßes  von
außen  her,  einer  Hemmung  der  Ausführung  des  konkreten ­
  Willensinhaltes.  Dieser  Anstoß  wird  im  wirtschaftlichen ­
  Leben  gegeben  durch  das  Vorhandensein
eines  Bedürfnisses,  das  befriedigt  werden  muß  oder  will,
durch  die  mannigfaltigen  Fragen  und  Forderungen,  die
der  Kampf  um  das  Dasein  oder  um  ein  bestimmtes  So-Sein,
  d.  h.  um  eine  bestimmte  Daseins-  und  Lebensform,
uns  jeden  Tag  entgegenstellt,  ja  aufdrängt.
Damit  es  zu  einer  Tätigkeit,  mit  der  Kraftäußerung
und  Kraftentwickelung  verbunden  ist,  komme,  bedarf
es  eines  „Steins  des  Anstoßes“;  damit  der  Wille  als
Wille  auftritt,  muß  er  vorher  gehemmt  und  dadurch
auf  die  Probe  gestellt  werden,  denn  der  widerstandslos,
ungehemmt  in  Wirklichkeit  sich  umsetzende  Wille  verliert ­
  dadurch  seinen  Charakter  als  Ausdruck  des  menschlichen ­
  Subjekts  und  zerrinnt  gleichsam  ins.  Objekt,  in
das  Außer-uns;  er  büßt  dadurch  seine  Bedeutung  ein
als  Mittelpunkt  um  den  sich  alles  im  Innern  des  Menschen ­
  dreht  und  bewegt,  der  erst  das  Leben  zu  leben
oder  lebenswert  macht,  wodurch  im  Menschen  der  Wille
zu  „einem“  Leben  entsteht.
Diese  Kennzeichnung  des  durch  Kampf  gehemmten
und  dadurch  zugleich  erzeugten  Lebens  und  Willens
oder,  synthetisch  ausgedi’ückt,  des  Lebenswillens  (dessen
subjektive  Gefühlsäußerung  der  Wille  zum  Leben  ist)
legt  Goethe  in  den  Mund  seines  sterbenden  Faust:
„Ja  diesem  Sinne  bin  ich  ganz  ergeben,
Das  ist  der  Weisheit  letzter  Schluß:
Nur  der  verdient  sich  Freiheit  wie  das  Leben,
Der  täglich  sie  erobern  muß.“
            
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