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schaftlicher Kraft, Kaufkraft oder Arbeit darauf zu ver
wenden, desto höher steigt der Wert dieser Güter.
Damit bekommt auch auf dem Gebiet der Wirt
schaft. das Wort Heraklits seine Bestätigung als eine
ewige Wahrheit: „Der Streit ist Vater aller Dinge“.
Denn der Streit mit der äußeren Natur, mit der ganzen
Umgebung des Lebens auf Grund unserer Erkennntnis-
und Willenskräfte ist es, was in uns die Vorstellung
von wirtschaftlichen Werten aufkommen läßt, im Gegen
satz zu den ethischen oder ästhetischen Werten, die
vornehmlich durch einen Kampf „in uns“ entstehen.
In diesem ganzen Verlauf liegt festbegründet eine
grundsätzliche Wahrheit: Der Mensch erachtet dies als
Wert, vor welches er mit Gegenwert treten muß, das
als Kraft, vor welches er im Kampfe mit Gegenkraft
treten muß. So haben wir auch auf dem Gebiete der
Wirtschaft jenes wunderbare Spiel der Energieumsätze
und Energieumformungen, der schließlichen Erhaltung
der Energie. Denn alles im Universum ist ein ewiger
Tausch von Stoff und Kraft, alles ist schließlich Aus
geben und Einnehmen zugleich. Der Mensch nimmt
mit seiner Kraft, nach Person und Kultur verschieden,
an dem ewigen Stoffwechsel der Natur teil, er muß
auch teilnehmen, wenn er überhaupt leben will, d. h.
als Kraft, als Mikrokosmos ein Teil des Makrokosmos
existieren will.
Das Moment des Kraft- und Stoffausgebens inner
halb der wirtschaftlichen Tätigkeit ist das Kostenmoment,
das Moment des Kraft- und Stoffeinnehmens ist das
Nutzenmoment. Wie Attraktions- und Repulsionskräfte
das Universum Zusammenhalten, wie bei der Rotations
bewegung der Körper Zentripetal- und Zentrifugalkräfte
sich gegenseitig bedingen und balancieren, wie bei den
ethischen und ästhetischen Urteilen ein gegenseitig be
dingter Antagonismus zwischen Gut und Böse, Schön