Full text: David Ricardo und die Grenzwerttheorie

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verkannt wird, aber darum seiner Eigenschaft als lebens 
fähig, lebenserhaltend und lebensfördernd nicht im ge 
ringsten verlustig geht. 
Kant unterscheidet trefflicherweise zwei Arten des 
Begriffs „Gut“ als den Inbegriff dessen, was uns durch 
die Vernunft gefällt: das Gute an sich oder der kate 
gorische Imperativ, was für sich selbst gefällt, und das 
Gute wozu, das uns als Mittel gefällt, als Mittel zu 
einem Zweck, zu einem anderen Guten, das in letzter 
Instanz vom Guten an sich ausgeht, wie die Lichtradien 
der Sonne vom Lichtkern der Sonne ausgehen; denn das 
Gute wozu ist eine hinaufführende Stufe zum höchsten 
Gute, zum Guten an sich auf der Stufenleiter der 
Menschheitsentwicklung. 
Das Gute wozu oder das Gute als Mittel zum 
Zweck ist das Nützliche. Das Nützliche ist ein Mittel, 
wodurch unser Leben erhalten bleibt und sich zu einer 
höheren Ordnung entfalten kann. Es kann für uns oft 
unerforscht, unerkannt, unbewußt, gleichsam unter der 
Schwelle des Bewußtseins bleiben, das ändert aber nichts 
an seiner Qualität als Nützlichkeit. Durch den Fort 
schritt der Erkenntnis steigt es aber in das Bewußtsein 
hinauf, wird in den Tätigkeitsbereich des Willens auf 
genommen und wird zu einer Lebensrealität darum, 
weil es Lebensnotwendigkeit ist; denn jede Form des 
Lebens hat gewisse Mittel, die es voraussetzt, weil es 
durch diese Mittel erhalten und gesteigert (gefördert) 
wird und umgekehrt, gewisse Dinge haben die Eigen 
schaft von lebenserhaltenden Mitteln nur unter bestimmten 
Verhältnissen des Daseins und steigen erst dann in die 
Kategorie der Nützlichkeit oder Notwendigkeit auf. 
Qie erkannte Eigenschaft eines Dinges als Mittel 
für eine konkrete Lebensgestaltung (in diesem Falle 
braucht das Ding nicht nützlich zu sein) oder eine 
Lebensförderung und Lebensentwicklung (in diesem
	        
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