den. Ihnen gebührt die Ehre, daß sie eine vielfache
Anregung und Ausführung der Wert- und Preistheorie
gegeben, die Zelle des sozialen Körpers, das Individuum,
nach Gebühr unter das Mikroskop der Wissenschaft gestellt
haben.
Was hier aber besonders in Betracht kommt, ist
die Frage, ob die besten Vertreter der klassischen
Nationalökonomie das subjektive Bildungselement in
dem Werturteile gar nicht gekannt oder nur nicht ausgeführt
haben, ob der Gedanke vom Grenznutzen eine
so neue „epochemachende Entdeckung“ ist, und vor
allem, ob Ricardo diese sonst leicht in die Augen
springende Tatsache bei seinem Scharfsinn und seiner
Gedankentiefe übersehen haben sollte. Wobei aber,
um zu wiederholen, das Verdienst der Grenznutzentheorie
in der Hervorhebung und wissenschaftlichen Formulierung
des Grenznutzengedankens nicht im mindesten
bestritten wird.
Zuerst ist den Physiokraten die Tatsache nicht unbekannt
gewesen, daß die Einbeziehung der Dinge in
die Sphäre der wirtschaftlichen Werte und in die Zweckreihe
des wirtschaftlichen Handelns unbedingt die Prädikate
der Brauchbarkeit und Seltenheit voraussetze 1 ).
So spricht sich Turgot, oft von den Grenznutzentheoretikern
als Vater der Doktrin zitiert, in seinen,
anno 1766 erschienenen „Betrachtungen über die Bildung
und Verteilung der Reichtümer“' 2 ) folgendermaßen aus:
„Sobald man jeden Tauschakt einzeln und gesondert
betrachtet, ohne Einwirkungen seitens Dritter Konkurrierender“
— dieser Gedanke ist wert auch seitens
*) Vergl. ohen die Anmerkung zu Jevons, auch seine Grundideen:
utility und scarcity. Und sie sind es auch bei allen anderen
Grenznutzentheoretikern.
2 ) Turgot, Reflexions sur la fondation et la distribution des
richesses, ed. Eugen Daire, 1844, § XXXIII.