Full text : David Ricardo und die Grenzwerttheorie

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baren  Gütermenge  nur  jene  der  durch  die  Gesamtquantität ­
  noch  gesicherten  Bedürfnisbefriedigungen  abhängig, ­
  welche  für  diese  Person  die  geringste  Bedeutung
unter  diesen  letztem  haben,  und  der  Wert  einer  Teilquantität ­
  ist  für  jene  Person  demnach  gleich  der  Bedeutung, ­
  welche  die  am  wenigsten  wichtige  der  durch
die  Gesamtquantität  noch  gesicherten  und  mit  einer
gleichen  Teilquantität  herbeizuführenden  Bedürfnisbefriedigungen ­
  für  sie  haben 1 ).
Die  Grenznutzentheorie  ist  eine  Reaktion  gegen  die
ältere  politische  Ökonomie,  die  vornehmlich  die  Massentauschvorgänge ­
  auf  dem  Markte  betrachtete,  die  in  ihren
epigonenhaften  Entartungen  die  Volkswirtschaft  als  einen
Mechanismus  ansah,  den  sie  durch  einfache  Formeln,
durch  sogen,  „wirtschaftliche  Gesetze“  bemeistern  wollte
(z.  B.  die  Currency-Schule:  eine  treffliche  Kritik  über
„das  Curreney-Principle  und  die  englische  Bankgesetzgebung“ ­
  vergl.  Marx,.  Das  Kapital,  III.  Bd.,  2.  Teil,
34.  Kapitel).
Die  Grenznutzenlehre  hat  einen  individualpsychologischen, ­
  demokratischen,  ja  humanen  Zug;  sie  betrachtet ­
  das  Individuum  einzeln  und  konkret,  die  Intensität ­
  seiner  wirtschaftlichen  Bedürfnisse  und  Unterschiedsempfindungen ­
  zu  ergründen  und  es  demgemäß  in  richtige ­
  Beziehung  zur  Gesamtheit  (z.  B.  in  der  Steuerleistung) ­
  zu  stellen.  Die  Ideengänge  und  vielfach  die
Anregungen  der  Grenzwerttheoretiker  wurzeln  in  den
Ideenbildungen  der  modernen  Psychophysik 2 ),  die  das
Empfindungsleben  des  Individuums  zum  wissenschaftlichen ­
  Objekt  des  Experiments  machte,  denn  sie  wurzelt
schließlich  in  Kants  „Idee“:  „die  Qualität  der  Emp') ­

  Menger,  Grundsätze  der  Volkswirtschaftslehre,  1871,
S.  98—99,  überhaupt  instruktiv  Kapitel  III—VI.
2 )  Vergl.  A.  Wagner,  Grundlegung  I,  1,  S.  73—83.
            
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